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Regisseur Max Lang im Gespräch : „Die Oscar-Nominierung hilft uns enorm“

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Da lächelt die Hexe nur noch unter Mühen: Alle wollen auf ihrem Besen mitfliegen, und der wird immer erdenschwerer Bild: Orange Eyes Limited 2012

Der deutsche Regisseur Max Lang ist schon zum zweiten Mal für einen Oscar nominiert - mit einem animierten Kurzfilm. Im F.A.Z.-Interview spricht er über Dankesreden, rote Teppiche und eine fliegende Hexe.

          Herr Lang, Sie sind schon zum zweiten Mal für einen Oscar nominiert. Das ist nicht vielen Deutschen vergönnt. Was ist Ihnen von 2011, als Sie und Jakob Schuh dank Ihres animierten Kurzfilms „Der Grüffelo“ über den Roten Teppich zur Verleihung in Los Angeles gingen, noch besonders in Erinnerung?

          Ich hatte mir vorgestellt, dass der Raum mit Stars gefüllt ist, dass überall berühmte Schauspieler sind und man unter vielen Prominenten wandelt. Aber in Wirklichkeit waren nur die Schauspieler, die auch nominiert waren, bei der Verleihung. Ansonsten waren viele Nominierte aus den anderen Kategorien da und die Mitglieder der Academy. Man kennt also gar nicht so viele Leute, weil viele von ihnen hinter der Kamera arbeiten.

          Das lag aber nicht daran, dass die in den Nebenkategorien Nominierten so früh über den roten Teppich gehen und im Kodak Theatre so weit hinten sitzen mussten, damit Stars wie Angelina Jolie und Brad Pitt dann ihren großen Auftritt hinlegen konnten?

          Das war ja gerade auch für mich unerwartet: Angelina Jolie und Brad Pitt waren zum Beispiel 2011 gar nicht da. Es waren nur die zehn, 20 Schauspieler gekommen, die nominiert waren. Dann kannte ich noch ein paar der Regisseure, und auch die Namen von einigen Kameraleuten und Musikern. Ganz Hollywood mit seinen Stars war an dem Abend jedenfalls nicht versammelt. Das kommt im Fernsehen anders rüber.

          Sitzt man als Nominierter in der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“ hinten?

          Wir saßen schon mitten drin im Kodak Theatre, aber natürlich nicht ganz vorne. Dort finden sich vor allem die bekannten Gesichter, die von den Kameras eingefangen werden sollen.

          Sie haben damals den Oscar nicht bekommen. Hat sich die Reise trotzdem gelohnt?

          Das Erlebnis war toll. Schon in den zwei Wochen vor der Verleihung hatten wir die Chance, unsere Arbeit in den großen Studios in Los Angeles und San Francisco vorzustellen, wir waren unter anderem bei Pixar, Dreamworks, Sony, eigentlich bei allen. Wir Nominierten konnten unsere Filme also genau den Vorbildern präsentieren, mit denen wir groß geworden bin. Das war großartig.

          Max Lang (links) und Jan Lachauer beim „Lunch der Nominierten“ am 10. Februar

          Die Nominierung öffnete also Türen.

          Sie hilft einem enorm weiter. Ich würde von einem Oscar keine Lebensentscheidung abhängig machen, aber geschadet hat die Nominierung bestimmt nicht.

          Sie haben inzwischen Ludwigsburg den Rücken gekehrt und sind nach London gegangen. Hatte das mit dem großen Erfolg des „Grüffelo“ zu tun?

          Nein, das war aus privaten Gründen. Während der Produktion zum „Grüffelo“ hatte ich meine Frau kennengelernt, eine Amerikanerin, die in London lebt. Wenig später schon haben wir unsere Tochter Lulu bekommen. Der Umzug geschah nicht aus Karrieregründen.

          Sie sind ja auch letztlich nicht bei einem der großen Studios gelandet, sondern haben sich wieder einem eher kleinen Filmprojekt gewidmet. Wie kam es dazu?

          Der Kontakt kam wieder über die britische Produktionsfirma Magic Light Pictures und Studio SOI in Ludwigsburg zustande. „Room on the Broom“ basiert – wie der „Grüffelo“ – auf einem Buch von Axel Scheffler und Julia Donaldson. Die hatten mich noch vor der Oscar-Nominierung gefragt, was ich von dem Buch halte und ob ich mir vorstellen könnte, Regie zu führen.

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