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Regisseur Max Lang im Gespräch : „Die Oscar-Nominierung hilft uns enorm“

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Genau. Das ist der Job, den ich normalerweise mache, wenn ich nicht Regie führe. Ich bin eher der Storyboarder. So bin ich damals zum „Grüffelo“ gekommen, war dann aber mit Jakob Schuh auch Regisseur des Films. Jan Lachauer hat bei dem neuen Projekt die Figuren modelliert, von ihm stammt das Layout. Das haben wir in den ersten sechs Monaten im kleinen Team geschafft. Sobald die Produktion dann anfängt, ändert sich die ganze Arbeitsweise, weil man nicht mehr alles selbst machen kann. Das Team wird viel größer, mit Animatoren und Setbauern zum Beispiel, die ständig Feedback brauchen. Da ging es bei uns beiden nur noch um die Regie.

Jan Lachauer wohnt in München, Sie in London. Gedreht wurde wieder im Studio SOI in Ludwigsburg. Das war bestimmt nicht einfach.

Jan lebte noch in Ludwigsburg und war die ganze Zeit im Studio. Wir haben jeden Tag geskypt und telefoniert.

Ihre Tochter ist inzwischen dreieinhalb. Welcher Film vom Papa gefällt ihr denn besser?

Katzen sind ihre Lieblingstiere...

Sie waren vor zehn Tagen schon beim Lunch der Nominierten in Los Angeles. Das sah sehr leger aus, einen Smoking mussten Sie nicht tragen.

Auf der Einladung stand „daytime formal“. Die meisten trugen darum Anzug.

Zahlt bei solchen Anlässen die Academy für Flug, Hotel und Spesen?

Aber nein! Die zahlen nichts davon. Das zahlt man zum Teil selbst, zum Teil wurden wir von German Films gefördert, der Auslandvertretung der deutschen Filmbranche.

Bei Ihrer ersten Nominierung hatten Sie sich einen Smoking zugelegt.

Nur ausgeliehen! In Los Angeles gibt es genügend Läden, die den Service anbieten. Im Alltag habe ich für einen Smoking keine Verwendung, da kommt es billiger, einen auszuleihen, wenn ich ihn brauche.

Aber so oft wie Sie schon für Filmpreise nominiert waren, müsste sich die Anschaffung doch langsam lohnen.

Das waren tatsächlich nur zwei, drei Anlässe in fünf Jahren. Und wenn ich mir 2011 einen gekauft hätte, würde er jetzt nicht mehr passen.

Nehmen Sie wieder Ihre Frau Suzanne mit?

Ja. Jan bringt seine Freundin mit, und die Produzenten kommen auch. Wir haben ein paar Extra-Tickets bekommen.

Bekommt man als Wieder-Nominierter mehr Tickets?

Nein, man muss sich immer neu bewerben. Vier Tickets sind garantiert, aber man bekommt eigentlich immer ein paar mehr. Beim letzten Mal waren es auch schon sechs Tickets.

Sind Sie schon nervös?

Nein. Das beginnt an dem Abend, wenn man aus der Limousine steigt und auf dem roten Teppich ist. Und wenn die Kategorie bekannt gegeben wird. Aber letztlich können wir die Sache locker nehmen. Wir müssen ja nicht auf der Bühne stehen und etwas vortragen.

Vielleicht müssen Sie eine Dankesrede halten.

Eventuell. Je näher es rückt, desto mehr Gedanken wird man sich darüber machen.

Hatten Sie beim letzten Mal eine Dankesrede vorbereitet?

Nein. Aber dieses Mal werden wir uns ein paar Gedanken machen, für den Fall des Falles. Dann ist man an dem Abend auch entspannter.

Was passiert danach?

Nach der Verleihung gibt es für alle Nominierten noch den Governors Ball, eine Art Abendessen mit 400 bis 500 Gästen. Mal sehen, was wir dann noch machen.

Ihren Film haben Sie ja schon vor mehr als einem Jahr fertig gestellt, ich nehme an, Sie arbeiten längst an einem neuen.

Ich habe es ein Jahr etwas ruhiger angehen lassen und blieb zu Hause bei meiner Tochter. Wir sind inzwischen aufs Land gezogen, und dort habe ich, um mal etwas anderes zu machen, an einem Kinderbuch gearbeitet. Meine Frau hat den Text geschrieben, die Illustrationen dazu stammen von mir. Das Buch erscheint wahrscheinlich nächstes Jahr.

Etwas aus dem Bereich Fantasy mit einer Hexe oder einem Grüffelo?

Nein, es geht um verschiedene Formen von Familien und wird den Titel tragen: „Families, Families, Families!“

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