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Reemtsma-Entführung : „Nach der Haft ein Luxusleben“

  • Aktualisiert am

Drach im Gerichtssaal Bild: AP

Das Urteil im Reemtsma-Prozess ist gefallen. Zitate aus dem Verfahren lassen ein Bild der Tat entstehen.

          1 Min.

          Todesangst und Terror, Geldgier und Luxus - der Prozess um die Reemtsma-Entführung führte zahlreiche Aspekte des spektakulären Falls zutage. Ausgewählte Zitate aus dem Verfahren werfen ein Licht auf Tat und Täter:

          Aus einem Schreiben von Drach während der Entführung: „Sie müssen das ganze als Geschäft sehen: wer bezahlt kommt frei, wer nicht bezahlt stirbt.“

          Drach an sein Opfer: „Sie erleben die Luxus-Version einer Entführung.“

          Drach während des Prozesses: „Dass Reemtsma hier heute unverletzt sitzen kann, hat er nur dem besonnenen Verhalten der Täter zu verdanken“

          Reemtsma als Nebenkläger vor Gericht: „Ich als derjenige, mit dessen Leben damals gespielt wurde, kann das nur aushalten, wenn ich die Erinnerung in mir klein halte“.

          Reemtsmas Ehefrau Ann Kathrin Scheerer: „Wir haben unsere Sicherheit verloren und das begleitet uns bis heute“.

          Drach an Reemtsma im Gericht: „Für die Stunden der Angst und des Terrors, die ich über Sie und ihre Familie gebracht habe, gibt es keine Entschuldigung. Ich hoffe, dass die Verurteilung aller Täter ihnen die Ruhe gibt, das verarbeiten zu können“.

          Drach zu Prozessbeginn: „Ich bin bereit, jede Strafe für diese Entführung anzunehmen, wenn die Haft in Argentinien im Verhältnis Drei zu Eins angerechnet wird“.

          Drach zu seiner Haft in Buenos Aires: „Ich musste die Zelle auf eigene Kosten renovieren lassen.“ - „Ich habe Reemtsma alles Notwenige gelassen und ich hatte nicht mal ein Blatt Klopapier“.

          Oberstaatsanwalt Peter Stechmann: „Ein Martyrium in einem Keller von elf Quadratmetern bezeichnet dieser Angeklagte als Luxus-Entführung, aber seine eigene Haft in einer 33 Quadratmeter-Zelle war ach so unmenschlich“.

          Drach zum Verbleib des Rekord-Lösegeldes: „300 000 bis 500 000 Dollar müsste ich noch haben, ein etwa gleichgroßer Betrag liegt in einem Depot in Uruguay“. (Das Lösegeld betrug insgesamt 30 Millionen Mark.)

          Oberstaatsanwalt Stechmann: „Der Angeklagte setzt alles daran, nach seiner Haftverbüßung ein Leben in Luxus zu führen“.

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