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Rechtsterrorismus : NSU-Zeugin stirbt unter ungeklärten Umständen

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Im September 2013 war ein weiterer Zeuge in seinem Wagen verbrannt. Er soll den Mörder der Polizistin Michele Kiesewetter gekannt haben. Bild: dpa

Eine 20-Jährige, die im NSU-Ausschuss ausgesagt hatte, ist aus ungeklärtem Grund gestorben. Es handelt sich um die ehemalige Freundin eines früheren Neonazis, der in seinem Auto verbrannt war – und der eine bedeutende Rolle im NSU-Prozess spielte.

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          Eine Zeugin im NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags ist am Samstag aus noch ungeklärter Ursache gestorben. Der Lebensgefährte habe die 20 Jahre alte Frau am Abend in ihrer Wohnung in Kraichtal (Landkreis Karlsruhe) gefunden, während sie an einem schweren Krampfanfall litt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Karlsruhe am Sonntag mit. Die Ärzte konnten das Leben der jungen Frau nicht mehr retten. Was den Krampfanfall ausgelöst hat und wieso er mit dem Tod der Frau endete, ist bislang unklar.

          Für den Sonntagabend ist eine Obduktion der Leiche geplant. Bei der Toten handelt es sich um eine ehemalige Partnerin von Florian H., einem früheren Neonazi, der im Herbst 2013 in einem Wagen in Stuttgart verbrannt war. Florian H. soll gewusst haben, wer die Polizistin Michele Kiesewetter 2007 in Heilbronn getötet hat.

          Die 20-Jährige hatte im NSU-Ausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung ausgesagt, weil sie erklärt hatte, sie fühle sich bedroht. Ein Sprecher der Polizei Karlsruhe sagte am Sonntagabend, dass es bislang keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden am Tod der Frau gebe. Wegen des brisanten Hintergrundes würden die Ermittlungen aber mit Nachdruck betrieben.

          Schlampige Ermittlungen

          Der Vorsitzende des NSU-Ausschusses, Wolfgang Drexler, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es wäre fahrlässig, nun Spekulationen zum möglichen Hintergrund des Todes zu äußern. Der Tod könne viele Gründe haben. Der Ausschuss werde die Staatsanwaltschaft bitten, das Ermittlungsergebnis mitzuteilen.

          Der Ausschuss soll die Verbindungen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in den Südwesten und mögliches Behördenversagen genauer betrachten. Den Rechtsterroristen des NSU wird der Mord an neun Kleinunternehmern ausländischer Herkunft und an der Polizistin Kiesewetter zugeschrieben. In den vergangenen Ausschusssitzungen hatten sich die Abgeordneten mit Florian H. beschäftigt, dessen Tod die Polizei für einen Suizid hält. Die Familie glaubt aber nicht daran, dass Florian H. sich selbst getötet hat. Die Polizei steht in dem Fall unter Druck, weil sie hier schlampig ermittelt und auch Gegenstände in dem ausgebrannten Wagen übersehen haben soll.

          Der Extremismusexperte und Berliner Politikprofessor Hajo Funke, der den NSU-Untersuchungsausschuss verfolgt und Vertrauensperson der Familie von Florian H. ist, zeigte sich schockiert über den Tod der 20-Jährigen. „Die Sicherheitsbehörden sind gut beraten, wenn sie diesem Tod durch Obduktion und intensivster Aufklärung nachgehen“, sagte er am Sonntagabend. Ansonsten wäre dies unter Umständen ein weiterer ungeklärter Todesfall. Funke appellierte an Polizei und Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen im Komplex Florian H. unvoreingenommen zu führen. „Jetzt ist die Stunde, umfassend in alle Richtungen zu ermitteln und aufzuklären.“ Zudem sei es sinnvoll, Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken.

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