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Rechtsstreit : Darf Pumuckl heiraten?

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Sieht ihr Urheberrecht verletzt: Ellis Kaut mit ihrer Schöpfung Bild: ddp

Um den rothaarigen Kobold Pumuckl ist ein neuer Rechtsstreit entbrannt. Ellis Kaut, Erfinderin der beliebten Kinderbuchfigur und dessen ursprüngliche Zeichnerin, Barbara von Johnson, streiten, ob der Kobold eine Freundin haben darf.

          Um den rothaarigen Kobold Pumuckl ist ein neuer Rechtsstreit entbrannt. Die Pumuckl-Erfinderin Ellis Kaut und die ursprüngliche Zeichnerin, Barbara von Johnson, streiten, ob der Kobold eine Freundin haben und heiraten darf, wie das Landgericht München I am Dienstag mitteilte. Am 26. April will das Gericht über einen Antrag auf einstweilige Verfügung Kauts gegen von Johnson verhandeln. Die Zivilstreitigkeiten der beiden um Urheberrechte an dem Kobold ziehen sich seit Jahren hin, zuletzt ging es um von Johnsons Beteiligung an den Rechten von Pumuckl-Filmen.

          Zu dem neuen Streit kam es, weil von Johnson in einem Münchner Lokalsender einen Kindermalwettbewerb unterstützte, in dem eine Freundin für den Kobold gezeichnet werden soll. Der Sieger sollte einen Besuch in von Johnsons Villa sowie eine Teilnahme an einer „Hochzeit“ des Pumuckl gewinnen. Der Kobold habe es nach 43 Jahren Unfug verdient, eine Freundin zu bekommen, sagte von Johnson laut Gericht. Dadurch sah Kaut ihr Urheberpersönlichkeitsrecht verletzt. Sie will von Johnson nun eine Teilnahme an dem Projekt untersagen, weil damit der Eindruck entstehen könnte, von Johnson habe Einfluss auf die weitere Geschichte des Kobolds.

          Abstehende Ohren und übergroße Hände

          Von Johnson hat als Zwanzigjährige im Auftrag der Erfinderin und Kinderbuchautorin Kaut dem Kobold seine Gestalt mit den abstehenden Ohren und den übergroßen Händen und Füßen verliehen. Von Beginn der achtziger Jahre an ließ Kaut die Figur von ihrem Schwiegersohn Brian Bagnall zeichnen. Damals begann auch der Siegeszug von Meister Eders Kobold auf Leinwand und Bildschirm.

          Zuletzt hatte von Johnson in einem Zivilprozess im September 2006 erreicht, dass der Bayerische Rundfunk (BR) und die betreffende Produktionsfirma den Spielfilm „Meister Eder und sein Pumuckl“ nur mit ihrer Zustimmung nutzen darf. Für die gleichnamige Fernsehserie und weitere Spielfilme sollte sie Nachvergütungen erhalten. Der BR legte Rechtsmittel ein, nun muss das Oberlandesgericht München entscheiden.

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