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Rechtsradikalismus : Mehrjährige Haftstrafen im Münchner Skinhead-Prozess verhängt

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Der Anführer der rechtsradikalen Gruppe, die in München einen Griechen schwer verletzte, wurde zu sechs Jahren Jugendhaft verurteilt.

          Mehr als ein Jahr nach dem brutalen Überfall einer Skinhead-Gruppe auf einen Griechen hat das Landgericht München I am Freitag zwei Angeklagte zu hohen Jugendstrafen verurteilt. Eine zur Tatzeit 17-jährige Nachfahrin von Adolf Hitlers Vizekanzler Franz von Papen aus Arnsberg muss wegen versuchten Totschlags fünf Jahre in Jugendhaft, ihr 20 Jahre alter Freund erhielt sogar sechs Jahre Jugendhaft.

          Er galt als Anführer der rechtsradikalen „Iserlohner Kameradschaft“. Drei Mitangeklagte kamen mit Haftstrafen zwischen 15 Monaten und dreieinhalb Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung davon.

          Mitte Januar vergangenen Jahres war es im Münchner Schlachthofviertel zu dem schweren Zwischenfall gekommen: Am Rande einer privaten Feier in einem als Neonazi-Treff bekannten Lokal wurde plötzlich der junge Ausländer auf offener Straße attackiert. Mehrere Skinheads schlugen und traten auf ihr Opfer ein. Mehrere junge Türken konnten den Griechen jedoch retten, zwischen ihnen und den Skinheads entwickelte sich eine regelrechte Straßenschlacht.

          Mit dem Urteil blieb das Gericht deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Anklagebehörde hatte den Tatbeitrag der jungen Frau und ihres Freundes als versuchten Mord gewertet und für beide je siebeneinhalb Jahre Jugendhaft gefordert. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert. In dem Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts München I waren seit vergangenem September 99 Zeugen und 11 Sachverständige gehört worden.

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