Rechtsextremismus : "Skinheads Sächsische Schweiz" hatten offenbar Kontakt zu NPD
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Ergebnis einer Razzia gegen die „Skinheads Sächsische Schweiz” Bild: dpa
Ein Interview mit einem NPD-Geschäftsführer brachte zu Tage, dass NDP und „Skinheads Sächsische Schweiz“ freundschaftliche Kontakte pflegten.
Die rechtsextremistische Gruppe „Skinheads Sächsische Schweiz“ (SSS) ist am Dienstag erneut in die Schlagzeilen geraten. Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) und die SSS sollen Presseberichten zufolge enge Kontakte unterhalten haben. Am Montag war ein Prozess gegen sieben Mitglieder der Gruppierung unterbrochen worden, weil eine Änderung der Gerichtsbesetzung dem Verteidiger zu spät mitgeteilt worden sei.
Die Verbindung von SSS und NPD kam durch ein Interview mit dem Kreisgeschäftsführer der NPD, Uwe Leichsenring zu Tage. Am Dienstag berichtete die in Chemnitz erscheinende „Freie Presse“ über dieses Gespräch, das für eine rechte Szene-Zeitschrift geführt worden sei und ihr vorliege. Leichsenring habe auf die Frage, was er nach einem NPD-Verbot machen würde, geantwortet: „Vielleicht würde ich zum Frisör gehen und bei meinen Freunden von Skinheads Sächsische Schweiz um Aufnahme bitten. Leichsenring bezeichnete „diese Kameraden“ als „junge, zuverlässige und anständige Männer und Frauen“.
Verbot der SSS im vergangenen Jahr
Das Interview stammt offenbar aus der Zeit vor dem Verbot der SSS durch das sächsische Innenministerium im vergangenen Jahr. Die Gruppe wurde verboten, weil sie sich offen zum Nationalsozialismus bekannt habe.
Nach Informationen der „Freien Presse“ unterstützen SSS-Mitglieder NPD-Veranstaltungen mit Ordnerdiensten. Die Jugendorganisation der NPD, Junge Nationaldemokraten, inserierte dem Blatt zufolge in der rechtsextremistischen Schülerzeitung der "Skinheads Sächsische Schweiz", der „Parole“.
Prozess gegen SSS-Mitglieder
Sieben mutmaßliche Mitglieder der „Skinheads Sächsische Schweiz“ müssen sich seit Montag vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Ihnen wird Bildung und Mitgliedschaft einer kriminellen Vereinigung, Volksverhetzung, Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Leichsenring war der „Freien Presse“ zufolge am ersten Verhandlungstag in Dresden als Zuschauer anwesend. Ins Zwielicht gerate zudem der Verteidiger eines SSS-Mitgliedes. Der Berliner Rechtsanwalt Carsten Schrank war nach Angaben der „Freien Presse“ Erstunterzeichner einer Initiative namens „Ja zu Deutschland, ja zur NPD“. Laut der Zeitung sprach Schrank in der Sächsischen Schweiz vor NPD-Mitgliedern darüber, wie man sich bei Hausdurchsuchungen zu verhalten habe.