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Rechnungshof : Baden-Württemberg vermisst 500 Werke berühmter Künstler

Die Denkschrift des Rechnungshofs Bild: dpa

Ein vergilbter Picasso neben dem Kopiergerät und hunderte verschollener und gestohlener Kunstwerke. Der Rechnungshof in Baden-Württemberg attestiert dem Land einen schändlichen Umgang mit Kunstwerken, die mit staatlichen Gelder beschafft wurden.

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          In Baden-Württemberg sind etwa 500 Kunstwerke, die mit staatlichen Geldern beschafft worden sind, nicht mehr auffindbar. Das hat der Rechnungshof des Landes in seiner jüngsten Denkschrift festgestellt. Es handelt sich um „Kunst am Bau“, die seit den fünfziger Jahren beschafft worden ist.

          Rüdiger Soldt
          (rso.), Politik

          Der Landesbetrieb „Vermögen und Bau Baden-Württemberg“ betreut etwa 3500 Kunstwerke, die katalogisiert wurden. Seit dem Jahr 2010 seien Kunstwerke im Wert von zwei Millionen Euro angeschafft worden. Seit 2005 sind alle vorhandenen und hinzugekauften Kunstwerke in einer Datenbank erfasst. Mitarbeiter des Rechnungshofs analysierten die Datenbank und stellten nun fest, dass 500 Kunstwerke nicht mehr auffindbar sind.

          Darunter sind Arbeiten der Klassischen Moderne, etwa der Holzschnitt „Segelschiffe“ aus dem Jahr 1919 von Lyonel Feininger. Auch die Farblithographie „Signes et Météores“ von Joan Miró ist abhanden gekommen. Beide Kunstwerke sind Anfang der sechziger Jahre für die Universität Stuttgart beschafft worden. Nach Recherchen des Rechnungshofs ist der Verwaltung der Universität noch nicht einmal bekannt, wann der Verlust oder gar der Diebstahl der Kunstwerke erstmals aufgefallen ist.

          Der Rechnungshof kritisiert auch die schlechte Verwaltung und Aufbewahrung einiger Kunstwerke: In Fellbach zum Beispiel hänge Pablo Picassos „Tête de femme“ aus dem Jahr 1957 in einem Flur neben einem Kopiergerät. Die Lithographie sei zudem vergilbt. Die Verwaltung verzeichne leider auch die Wertsteigerungen einzelner Kunstwerke nicht systematisch.

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