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Raumfahrt : Weltraumteleskop Hubble ist reanimiert

  • Aktualisiert am

Reparatur am fliegenden Objekt: Hubble, Columbia Bild: aptn

Das Weltraumteleskop hat eine neue Stromversorgung. Nach viereinhalb Stunden ohne Strom verliefen alle Tests positiv.

          2 Min.

          In einer der schwierigsten Operationen in der Geschichte der Raumfahrt haben die Astronauten der US-Raumfähre Columbia dem Weltraumteleskop Hubble neues Leben eingehaucht: In einem viereinhalbstündigen Einsatz im All erneuerten John Grunsfeld und Rick Linnehan am Mittwoch die zentrale Stromversorgung des Weltraumteleskops.

          Dafür mussten sie Hubble zum ersten Mal seit seiner Ankunft im Weltraum im April 1990 den Strom vollständig abstellen. „Hubble ist reanimiert“, jubelte Nasa-Sprecher Rob Navias am Johnson-Kontrollzentrum im texanischen Houston. Um 15.02 Uhr (MEZ) setzte „der Herzschlag“ des Weltraumteleskops nach seinen Worten wieder ein.

          Die Aufgabe der beiden Astronauten galt als die kniffligste in der Geschichte der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Der Einbau des neuen Verteilerkastens verlangte Grunsfeld und Linnehan ein hohes Maß an Kraft, Geschick und Konzentration ab, da Schrauben und Kontakte für die in unförmigen Anzügen und großen Handschuhen steckenden Astronauten nur schwer zu fassen waren. Die Raumfahrer standen zudem unter großem Zeitdruck: Bei einer Dauer von mehr als zehn Stunden hätte die eisige Kälte mit Temperaturen von bis zu minus 70 Grad Celsius das Teleskop ernsthaft beschädigen können. Für die „Herztransplantation“ waren ursprünglich sieben Stunden veranschlagt. Ein Leck im Kühlkreislauf eines Raumfahrtanzugs hatte den Beginn der Arbeiten zunächst um zwei Stunden verzögert.

          Erste Tests erfolgreich

          Nach Angaben des Goddard-Raumfahrtzentrums in Greenbelt, das Hubble aus der Ferne steuert, verlief ein Test der neuen elektrischen Versorgung problemlos. Die wissenschaftlichen Instrumente des Teleskops sprangen nach den Angaben von Flugdirektor Bryan Austin nacheinander wieder an. Nach der gelungenen Operation zeigte sich Austin begeistert: Grunsfeld und Linnehan hätten „phantastische Arbeit“ geleistet. Der „Lebenstest“ an den Organen von Hubble sei „absolut außergewöhnlich“ verlaufen.

          Am Donnerstag wollen die Raumfahrer das Teleskop mit einem neuen Beobachtungssystem ausrüsten. Bereits am Montag hatten Grunsfeld und Linnehan das erste Solarsegel ausgetauscht, am Dienstag ersetzten ihre Kollegen Jim Newman und Mike Massimino auch das zweite Sonnensegel durch eine kleinere und leistungsfähigere Version. Das Teleskop war in einem gemeinsamen Projekt der Nasa und der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA 1990 im All ausgesetzt worden. Seit seiner Inbetriebnahme wurde Hubble bislang vier Mal in Stand gesetzt.

          Die Raumfähre Columbia war vergangenen Freitag vom Raumfahrtzentrum Cape Canaveral aus mit sieben Astronauten an Bord gestartet. Die Mission zur Wartung des Weltraumteleskops soll insgesamt elf Tage dauern. Am kommenden Dienstag sollen die Raumfahrer zur Erde zurückkehren.

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