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Raumfahrt : Wackelkontakt verhinderte Start von Atlantis

  • -Aktualisiert am

Die Atlantis (aufgenommen am 14. Dezember) konnte nicht starten Bild: picture-alliance/ dpa

Der Grund für die zuletzt vielen Verspätungen der Raumfähren der Nasa scheint gefunden: Ein Wackelkontakt am großen Wasserstofftank ist das Übel, so lautet das Ergebnis einer außergewöhnlich schwierigen Fehlersuche.

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          Ingenieure der amerikanischen Weltraumbehörde glauben die Ursache für die vielen Verspätungen der Raumfähren in den letzten Jahren gefunden zu haben. Zuletzt musste vor zwei Wochen der Start der Fähre Atlantis mit dem deutschen Astronauten Hans Schlegel und dem europäischen Weltraumlabor Columbus an Bord auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Bei einem Betankungstest auf dem Startgelände am Cape Canaveral stellten die Fachleute fest, dass es einen unregelmäßig auftretenden Wackelkontakt in einer Steckverbindung am großen Wasserstofftank gibt.

          Bei mehreren Startversuchen in den vergangenen zweieinhalb Jahren traten immer wieder Probleme an dem Messinstrument auf, das anzeigt, wie viel Wasserstoff im Tank ist. Zunächst glaubte man, die Sensoren, die den Füllstand im Tank messen, seien defekt. Später wurden brüchige Isolierungen an den Kabeln für den Fehler verantwortlich gemacht. Da die Ausfälle aber nicht regelmäßig auftraten, stellte sich die Fehlersuche als außergewöhnlich schwierig heraus.

          Gestartet wird erst, wenn das Problem gelöst ist

          Nach den jüngsten Zwischenfällen bei den Startversuchen mit der Fähre Atlantis entschied die Nasa-Führung, der Sache auf den Grund zu gehen. Dazu wurden mehrere Versuche angeordnet, darunter auch der Betankungstest, mit dem die Techniker am Dienstag früh begannen. Sämtliche Sensoren und Kabel wurden während des Füllens überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass eine Kabeldurchführung in der Außenwand des Tanks die Quelle des Übels ist. Es handelt sich um eine etwa sieben Zentimeter lange fünfpolige Steckverbindung, in der es einen Wackelkontakt gibt.

          Peggy Whitson verbrachte insgesamt 32 Stunden im Weltall

          Wie der für das Shuttle-Programm zuständige Nasa-Direktor Wayne Hale mitteilte, wird man diese Steckverbindung nun auseinandernehmen und genauer untersuchen. Danach werde man entschieden, ob sie repariert werden kann oder ob neue Verbindungen angeschafft werden müssen. Man werde Atlantis erst dann starten, wenn man sicher sei, das Problem gelöst zu haben. Deshalb wisse man jetzt auch noch nicht, ob der für den 10. Januar anvisierte neuen Startversuch eingehalten werden kann.

          Neuer Rekord nach insgesamt 32 Stunden im All

          Unterdessen haben am Dienstag auf der Internationalen Raumstation zwei Astronauten bei einem Außenbordeinsatz zwei defekte Gelenke an einem Sonnensegel untersucht. Wegen der Defekte kann das Segel nicht mehr optimal auf die Sonne ausgerichtet werden. Ein Drehgestell war wegen eines Kugellagerschadens blockiert, ein Scharnier fiel möglicherweise aus, weil ein Mikrometeorit oder Weltraumschrott drei automatische Schalter beschädigt hatte. Es war der hundertste Weltraumspaziergang an der Station. Die Kommandantin der Raumstation, Peggy Whitson, stellte am Ende des sechs Stunden und 56 Minuten dauernden Einsatzes mit ihrem Kollegen Daniel Tani einen Rekord auf: Mit insgesamt 32 Stunden hielt sie sich länger im freien Weltall auf als je eine Frau vor ihr.

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