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Raumfahrt : Sojus-Rakete zur Internationalen Raumstation gestartet

  • Aktualisiert am

Sojus-Start im Nebel Bild: dpa

Ein prominenter Fluggast ist bei der Reise zur ISS nicht mit an Bord - 'N-Sync-Sänger Lance Bass brachte die 20 Millionen Dollar nicht auf.

          Eigentlich lesen sich die Meldungen über den Start der Sojus-Kapsel zur Internationalen Raumstation (ISS) ganz normal. Sie startete am Mittwoch planmäßig um 4.11 MEZ erfolgreich vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur mit dem belgischen Astronaut Frank De Winne und seinen beiden russischen Kollegen, Sergej Saljotin und Juri Lontschakow. Neun Minuten später erreichte sie die Erdumlaufbahn. Doch im Vorfeld gab es mehr als genug Verwirrung.

          Denn vor knapp zwei Wochen war eine unbemannte „Sojus"-Rakete unmittelbar nach dem Start vom Raumfahrtzentrum Plesetsk explodiert. Ein Soldat war von Trümmerteilen erschlagen, acht weitere Menschen waren verletzt worden. Danach war der ursprünglich für Montag geplante Start der bemannten Rakete verschoben worden. Russischen Angaben zufolge war die Explosion durch ein fremdes Objekt im Motor der Rakete ausgelöst worden.

          Start ohne Popstar

          Und es kam eine weitere Änderung dazu. Popstar Lance Bass, Sänger der amerikanischen Popgruppe 'N Sync, hatte zwar monatelang das russische Raumfahrttraining absolviert, die etwa 20 Millionen US-Dollar (20,3 Millionen Euro) für das Flugticket aber nicht rechtzeitig überwiesen. Für ihn rückte der russische Kosmonaut Juri Lontschakow in das Team nach.

          Bliebt zu hoffen, dass der Rest der Raumfahrt problemlos klappt. Die Raumkapsel soll am kommenden Freitag an die ISS ankoppeln für einen achttägigen Besuch bei der Langzeitbesatzung der Station. Die drei Astronauten sollen während dieser Zeit die Rettungskapsel der ISS auswechseln. An Bord der Raumstation ISS sind derzeit zwei Russen und ein Amerikaner. Koptew sagte, Russland sei dafür, die ständige Besatzung der ISS auf sechs Mitglieder aufzustocken.

          Schokolade, ein Teddybär und Mir-Erinnerungen

          Um sich auf den Start vorzubereiten hatten die drei ganz unterschiedliche Taktiken: „Natürlich gibt es einige Unruhe, aber ich bin in großartiger Laune", hatte der 41-jährige De Winne am Dienstag gesagt. Der Belgier teilte mit, er werde auf den Flug das mitnehmen, wofür sein Land am bekanntesten sei: Schokolade. Den Russen Lontschakow wird dagegen ein kleiner Teddybär während der zwölftägigen Reise begleiten. „Das ist das Lieblingsspielzeug meines Sohnes, und ich nehme es als Talisman mit", sagte Lontschakow. Auch Saljotin, der Kosmonaut mit der meisten Erfahrung, nimmt etwas Besonderes mit ins All. Er fliege mit persönlichen Erinnerungsstücken an die russische Raumstation „Mir", sagte er. Saljotin war im Jahr 2000 für 72 Tage an Bord der Raumstation „Mir", die vergangenes Jahr nach 15-jähriger Nutzung im Pazifik versenkt wurde.

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