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Raumfahrt : Raumstation unter Sparzwang

  • -Aktualisiert am

ISS: Finanzsorgen zum zweiten Geburtstag Bild: nasa

Die ISS hat sich in den vergangenen zwei Jahren zu einer Luxusuite gemausert. Dabei haben die Erbauer allerdings fünf Milliarden Euro zuviel ausgegeben.

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          Die Geburtstagsgäste werden in den kommenden Tagen im All erwartet. Fast genau zwei Jahre nach dem Einzug der ersten Langzeitbewohner in die Internationale Raumstation ISS bringt die Raumfähre Endeavour die neue dreiköpfige Crew ins All. Die alte und die neue Mannschaft haben genügend Grund zum Feiern: Die Station wurde in den vergangenen zwei Jahren von einer spartanischen Garage im Weltraum zu einem fast schon luxuriösen Stadthaus ausgebaut.

          Getrübt wird die Geburtstagsfeier im All allerdings durch massive Finanzsorgen der internationalen Partner. Wie bei einem Hausbau auf der Erde mussten die internationalen Partner feststellen, dass die Baukosten himmelhoch stiegen. So rechneten US-Regierungsbuchprüfer der Raumfahrtbehörde NASA vor, dass das Budget für die Raumstation um umgerechnet fünf Milliarden Euro überschritten wurde.

          NASA will am Personal sparen

          Der neue NASA-Chef Sean O'Keefe, der als harter Sparkommissar gilt, ordnete daraufhin eine genaue Prüfung ab, wo gespart werden kann. Und zum Ärger der europäischen Partner will die NASA vor allem am ISS-Personal sparen. So glaubt kaum noch jemand daran, dass die Station wie ursprünglich geplant mit sieben Langzeitbewohnern besetzt wird. Dafür hätte es vor allem einer neuen amerikanischen Rettungskapsel bedurft, die sieben Astronauten im Notfall Platz geboten hätte. Die neue Rettungskapsel wurde jedoch aus Kostengründen gestrichen.

          Für die Europäer bedeutet dies, dass sie weniger Chancen haben, einen von ihren Astronauten an Bord zu bekommen. Außerdem befürchten sie, dass einer dreiköpfigen Besatzung kaum Zeit für wissenschaftliche Forschung bleibt. Die Astronauten und Kosmonauten sind schon genügend damit beschäftigt, den Alltagsbetrieb der Station aufrecht zu erhalten.

          Russen auf reiche Weltall-Touristen angewiesen

          Neben den Amerikanern haben vor allem die Russen massive Finanzsorgen, die sie dazu zwingen, reichen Touristen Charterflüge ins All zu bieten. Angesichts der amerikanischen Sparpläne drohte die russische Raumfahrtagentur Rosawiakosmos kürzlich an, dass sie künftig seltener Sojus-Kapseln mit Versorgungsgütern zur ISS schicken könnte. Dies könnte den weiteren Ausbau dramatisch behindern.

          Doch noch werden die Bauarbeiten im All weiter nach Plan fortgesetzt. Die Endeavour, die am Montag ins All starten sollte, bringt ein weiteres Außengerüst ins All, mit dem die Station weiter vergrößert wird. Das als P1 bezeichnete Gerüstteil ist 15 Meter lang und wird an die bestehenden Gerüstteile angebaut. Es dient damit zugleich als Schienenweg für die stationseigene kleine Eisenbahn und für den Roboterarm. Wenn alle elf Gerüstteile in zwei Jahren zusammengefügt sind, wird die Station die Größe eines Fußballfeldes haben und mit bloßem Auge von der Erde aus zu sehen sein.

          Der Anbau des neuen Gerüstteils beginnt bereits drei Tage nach dem Start der Fähre bei dem ersten Weltraumeinsatz der beiden Endeavour- Astronauten Michael Lopez-Alegria und John Herrington. Zwei Tage später zieht dann die neue Langzeitbesatzung offiziell in ihr neues Heim ein. Wie ihre Vorgänger werden Kommandant Kenneth Bowersox und sein amerikanischer Kollege Donald Pettit sowie der Russe Nikolai Michailowisch Budarin über vier Monate im All bleiben.

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