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Raumfahrt : Nasa-Sonde „Deep Impact“ zu Kometen-Mission gestartet

  • Aktualisiert am

Eine Delta-II-Rakete trägt die Kometensonde „Deep Impact” ins All Bild: AP

Amerikas Raumfahrer lieben es, Raumfahrtmissionen mit dem Nationalfeiertag zu verbinden. Am 4. Juli soll die Sonde „Deep Impact“ auf einen Kometen prallen. Am Mittwoch machte sie sich auf den Weg.

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          Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat am Mittwoch eine Raumsonde ins All geschossen, die auf Kollisionskurs mit dem Kometen „Tempel 1“ gehen soll. Ziel der Mission mit dem bezeichnenden Namen „Deep Impact“ ist es, Informationen über das Innere eines Kometen zu sammeln. Davon versprechen sich die Wissenschaftler auch neue Erkenntnisse zur Entstehung unseres Sonnensystems.

          Die Sonde soll am 4. Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag, auf dem Kometen „Tempel 1“ einschlagen und dessen Kern untersuchen. Bis es so weit ist, hat „Deep Impact“ aber eine knapp sechsmonatige Reise über eine Distanz von 431 Millionen Kilometern vor sich.

          Noch wissen die Experten nichts über die Beschaffenheit von „Tempel 1“. Die aus zwei Teilen bestehende Sonde soll das ändern. Während das Mutterschiff die geplante Kollision aus einer sicheren Entfernung von knapp 500 Kilometern beobachtet und die Aufnahmen zur Erde schickt, soll der sogenannte Impactor, eine Art Projektil von der Größe einer Waschmaschine, das Loch in den Kometen reißen.

          Aufprall von der Erde aus zu sehen?

          Dazu genügt nach Berechnung der Nasa allein die Aufprallgeschwindigkeit von etwa 37.000 Kilometern pro Stunde - die Kraft entspricht der Sprengwirkung von 4,5 Tonnen TNT. „Nur mit Hilfe der Kollision werden wir ein riesiges Loch erzeugen“, sagte Jay Melosh, Geologe an der Universität von Arizona. Mit ein bißchen Glück und einem dunklen Himmel wird das Aufblitzen des Einschlags mit Hilfe von Hochleistungsteleskopen von der Erde aus sogar zu sehen sein.

          Die Nasa hofft, daß bei dem Aufprall ein Krater von 100 Metern Durchmesser und 30 Metern Tiefe entsteht, der die äußere Kruste des Kometen durchdringt und einen Blick ins Innere von „Tempel 1“ gestattet. Allerdings sei die Mission mit vielen Fragezeichen behaftet, räumte Melosh ein. „Wir wissen nicht, woraus Kometen bestehen. Wir wissen nicht, wie stark sie sind.“ Sicher ist nur, daß der Impactor beim Aufprall sofort verdampft.

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