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Raumfahrt : Nasa-Chef: ISS „nicht die Kosten und Risiken wert“

  • Aktualisiert am

Neue Richtung für die Raumfahrt? Nasa-Chef Griffin Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Sind die Tage der Internationalen Raumstation gezählt? Nasa-Chef Griffin hat sie als „Irrweg“ bezeichnet, der nicht weiter verfolgt werden sollte. Statt dessen will er an die Mondflüge in den sechziger Jahren anknüpfen.

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          Michael Griffin, der Direktor der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa, hat das amerikanische Space-Shuttle-Programm und die internationale Raumfahrtstation (ISS) als Fehlentwicklung bezeichnet.

          Auf Fragen der Tageszeitung „USA Today“, ob das Space Shuttle ein Fehler gewesen sei, sagte Griffin: „Nach meiner Meinung ist das der Fall.“ Er sprach von einem „extrem aggressiven Projekt“, das „kaum möglich“ gewesen sei. Auf Fragen zur ISS sagte Griffin: „Hätte ich zu entscheiden gehabt, dann hätten wir die Raumfahrtstation nicht in der Umlaufbahn gebaut, wo wir sie gebaut haben“.

          „Nicht der richtige Weg“

          Der Nasa-Direktor sagte in dem Interview weiter, es sei „nun allgemein akzeptiert“, daß man mit den Prestigeprojekten der vergangenen drei Jahrzehnte „nicht den richtigen Weg“ verfolgt habe. Nasa sei in den siebziger Jahren vom Pfad abgekommen, als die Behörde die Apollo-Missionen zum Mond zugunsten des Shuttle-Programms und der Raumstation aufgegeben habe.

          „Wir versuchen nun die Richtung zu ändern und dabei so wenig Schaden wie möglich anzurichten, sagte er zur künftigen Richtung. Griffin hatte in diesem Monat angekündigt, 2018 vier Astronauten auf den Mond zu schicken. Das Shuttle-Programm soll nach den Plänen von Präsident Bush 2010 auslaufen. Zuvor hatte der Nasa-Direktor sich schon im amerikanischen Kongreß kritisch zu den bisherigen Hauptprojekten geäußert. Er sprach von „erheblichen Mängeln“ des Space Shuttles und kritisierte, daß die Raumfahrtstation „nicht die Kosten, Risiken und Schwierigkeiten“ Wert sei.

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