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Raumfahrt : „Irgendwo werden wir zu landen versuchen“

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Vorbereitungen in Cape Canaveral Bild: AP

Wegen „instabiler Wetterbedingungen“ hat die Nasa die Rückkehr der Raumfähre „Discovery“ zunächst auf Dienstag verschoben. „Die Discovery ist in absolut großartigem Zustand“, teilte Kommandeurin Collins bei einer Pressekonferenz aus dem Weltall mit. Doch nun sei es Zeit, „nach Hause zu kommen“.

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          Mit herzlichem Händedruck, Umarmungen und guten Wünschen für eine sichere Rückkehr zur Erde verabschiedeten die beiden Kosmonauten der Internationalen Raumstation ISS, der Amerikaner John Phillips und der Russe Sergej Krikaljow, sich am Samstag von den sieben Astronauten der „Discovery“. Die kurze Abschiedszeremonie, bei der Eileen Collins, die Kommandeurin der Raumfähre, sich für die „großartige“ Gastfreundschaft während des achttägigen Aufenthalts bedankte, übertrug die Weltraumbehörde Nasa live aus dem Weltraum. „Vielen Dank für die Mitwirkung an einer solch erfolgreichen Mission“, sagte Collins. Um 9.24 Uhr MESZ dockte das Spaceshuttle dann unter dem Kommando von Pilot Jim Kelly von der ISS ab, mit der es seit dem 28. Juli verbunden gewesen war.

          An Bord hat die Raumfähre den Container „Raffaello“, in dem sie dreizehn Tonnen Ausrüstungs- und Versorgungsgüter mitgebracht hatte und in dem sie auf ihrem Weg zurück zur Erde zehn Tonnen Müll mitnahm, der sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren in der ISS angesammelt hatte. Direktor Paul Hill vom Nasa-Flugleitzentrum in Houston sagte, die Abkoppelung von der Raumstation sei „ganz nach Plan“ verlaufen. Bevor die Raumfähre dann um kurz nach 11 Uhr MESZ in eine eigene Erdumlaufbahn einschwenkte, unternahm Kelly noch einen kurzen Rundflug um das Weltraumlabor, auf dem die Astronauten Aufnahmen machten. Anhand der Bilder soll überprüft werden, ob an der Außenwand der Weltraumstation möglicherweise Schäden entstanden sind.

          „In absolut großartigem Zustand“

          Am Sonntag wurde auch die „Discovery“ selbst noch einer gründlichen Inspektion unterzogen. Kommandeurin Collins, Pilot Kelly und Steve Robinson, der in der vergangenen Woche die erste Shuttle-Reparatur im Weltall erfolgreich ausgeführt hatte, indem er überstehenden Füllstoff zwischen den Hitzekacheln an der Unterseite der Raumfähre entfernte, prüften das Flugleitsystem zur Steuerung der Raumfähre während des Hinabgleitens. Außerdem testeten sie das „Reaction Control System“ (RCS), das den Schub für Geschwindigkeitsänderungen und die Kontrolle der Fluglage regelt. Des weiteren bereiteten sie sich mit Landesimulationen am Computer auf den für Montag morgen 4.46 Uhr geplanten „Touchdown“ am Kennedy-Raumfahrtzentrum in Florida vor.

          Vorbereitungen in Cape Canaveral Bilderstrecke

          „Die Discovery ist in absolut großartigem Zustand“, teilte Kommandeurin Collins in einer Pressekonferenz aus dem Weltall mit. Doch sei es Zeit, „nach Hause zu kommen“, um die Raumfähre weiter zu verbessern und für künftige Weltraumflüge vorzubereiten. „Ziemlich zuversichtlich“ äußerte sie sich zu dem kritischsten Teil der Rückreise, dem Eintritt in die Erdatmosphäre. Dieser Teil des Landeanflugs war der „Columbia“ und ihren sieben Besatzungsmitgliedern im Februar 2003 zum Verhängnis geworden. Aufgrund eines Defekts am Hitzeschutzschild war die Raumfähre damals beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht. „Ich denke viel an die Columbia, aber morgen werden wir uns alle auf die Aufgabe konzentrieren, die vor uns liegt“, sagte Collins am Sonntag. Auch die Gedanken von Nasa-Flugdirektor Paul Hill kreisten um die „Columbia“, während sich die „Discovery“ auf den Weg zurück zur Erde machte. Der Eintritt in die Erdatmosphäre sei nicht „ohne Risiko“. „Wir werden verdammt glücklich sein, wenn die ,Discovery' gelandet ist und die Mannschaft heraustritt“, sagte er. Wayne Hale, der stellvertretende Projektleiter für Shuttle-Flüge, sagte, es würden „eine Menge Gebete und Fürbitten“ gesprochen. Den Rückflug einer Raumfähre würde kein vernünftiger Mensch je als sicher bezeichnen, sagte Hale. „Es ist nicht hundertprozentig sicher.“ Flugdirektor Leroy Cain äußerte am Sonntag, obwohl man noch nie über so viele Daten für den Rückflug einer Raumfähre verfügt habe, mache er sich „viele Sorgen“.

          Viele Amerikaner machen sich sorgen um die Discovery-Crew

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