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Raumfahrt : Internationale Raumstation breitet ihre Flügel aus

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Mit voller Sonnenkraft? Bild: Nasa

Zwei Astronauten der amerikanischen Raumfähre Endeavour sollten die Flügel der Internationalen Raumstation entfalten.

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          Die Sonnensegel sichern die Energieversorgung der ISS. Die 1,32 Milliarden Mark teure Konstruktion könnte bei voller Leistung rund 30 Einfamilienhäuser auf der Erde mit Strom versorgen und ist mit ihrer Spannweite von 73 Metern größer als die Schwingen eines Jumbo-Jets.

          Bevor die beiden Astronauten Joseph Tanner und Carlos Noriega von der Endeavour aus die Sonnensegel installieren konnten, lenkte der Kanadier Marc Garneau das zusammengefaltete Segel mit dem 15 Meter langen Computerarm der Raumfähre an die richtige Stelle. Die beiden Astronauten draußen - in rund 350 Kilometern Höhe über der Erde - befestigten das Segel.

          Probleme beim Manöver

          Bis dahin klappte das Manöver ohne Probleme. Doch die Flügel der ISS ließen sich nicht richtig öffnen. Eines der Segel ließ sich nur unvollständig öffnen, das andere ließ sich wegen eines Defekts der Fernsteuerung gar nicht ausfalten. Die Nasa sieht jedoch keine Eile beim Entfalten der Segel und will deshalb abwarten, bis der Fehler wirklich geklärt ist, ehe die Astronauten einen neuen Versuch unternehmen. Bill Reeves, Flugdirektor der Raumfähre, war trotzdem zufrieden: „Wir haben unser erstes Ziel erreicht, wir haben die Sonnensegelkonstruktion zur Raumstation gebracht.“

          ISS wird mit den Segeln dritthellster Stern

          Nach der Installation und Entfaltung der Sonnensegel wird die Raumstation von der Erde aus mit bloßem Auge zu sehen sein. Das Gefährt wird dann als „dritthellster Stern“ am nächtlichen Himmel leuchten. Sternengucker müssen aber höchst aufmerksam sein: Wegen ihrer rasanten Fluggeschwindigkeit wird die ISS - freie Sicht am Firmament vorausgesetzt - nur zwischen 20 Sekunden und vier Minuten pro Umlauf zu erkennen sein.

          Begegnung im All

          Elf Tage, bis zum 11. Dezember, dauert der Ausrüstungsflug der Endeavour zur ISS. Dabei bringt die Raumfähre außer dem Sonnensegel rund 15 Tonnen Ausrüstung zur Station. Für die erste Langzeit-Mannschaft der ISS wird der Besuch von der Erde auch die erste Gelegenheit sein, mal wieder andere Menschen zu sehen: Am Freitag sollen die Endeavour-Astronauten auf dem letzten der drei geplanten Raumspaziergang die ISS besuchen. Der Amerikaner Bill Shepherd und seine beiden russischen Kollegen Sergej Krikaljow und Juri Gidsenko waren Anfang November in die ISS eingezogen. Sie sollen vier Monate dort bleiben.

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