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Raumfahrt : Grüße aus zwölf Milliarden Kilometern Entfernung

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Pioneer 10-Bilder vom Jupiter Bild: Nasa

Im vergangenen Jahrtausend gestartet sendet die Sonde Pioneer 10 seit mehr als 30 Jahren. Jetzt hat die Nasa wieder Kontakt aufgenommen.

          Pioneer 10 fliegt und fliegt und fliegt - und ist weiter auf Kurs astronomischer Rekorde. Die Sonde der Nasa ist seit dem 2. März 1972 im All und sendet immer noch.

          Am Dienstag empfingen Nasa-Techniker mit einer 70-Meter messenden Antenne in Madrid erneut Signale von Pioneer 10. Mehr als zwölf Milliarden Kilometer hat das Signal hinter sich gebracht und 22 Stunden hat die Kontaktaufnahme gedauert. Für die Nasa eine frohe Botschaft aus den Tiefen des Raums: „Als ewiger Optimist wusste ich, dass sie es schaffen würde. Pioneer 10 ist in der Vergangenheit so oft abgeschrieben worden, aber irgendwie doch immer auf den Füßen gelandet“, freute sich Robert Hogan vom Ames Research Center der Nasa, der 1972 schon beim ursprünglichen Start-Team dabei war. „Dieser Erfolg ist ein Beleg für ein gutes, solides, haltbares Design.“

          Erfolgs-Story Pioneer 10

          Pioneer 10 war schon vor der jüngsten Kontaktaufnahme eine Erfolgs-Story der Nasa. Sie war das erste menschgemachte Objekt, das unser Planetensystem verließ, als sie 1983 die Bahn des sonnenfernsten Planeten Pluto passierte. Sie war die erste Sonde, die durch den Asteroidengürtel drang und Bilder des Jupiter lieferte. Ihre Beobachtungen haben das Bild des Jupiters als einen flüssigen Planeten bestätigt und gefestigt. 1997 lief ihre wissenschaftliche Mission aus.

          Schema der Pioneer 10-Sonde

          Im Deep Space Network liefert sie aber nach wie vor Daten aus den Tiefen des Weltraums. Ein prominentes Gerät an Bord, der Geigerzähler, mit dem der Astronom James Van Allen den nach ihm benannten Strahlungsgürtel der Erde entdeckte, soll Aufschluss darüber geben, wann Pioneer 10 in den interstellaren Raum eintritt und den Einfluss der Sonne komplett hinter sich lässt. Van Allen meint, dass Pioneer 10 dort noch nicht angekommen sei, weil die kosmische Strahlung durch den Einfluss der Sonne immer noch gemildert werde.

          Pioneer 10 ist außerdem Trainingsobjekt für Flugsteuermänner der Nasa. Sie üben an dem weit entfernten Objekt, Signale aufzufangen. Damit können sie auch noch einige Millionen Jahre weitermachen. Nach derzeitigen Erkenntnissen wird Pioneer 10 in etwa zwei Millionen Jahren im Sternbild Taurus am nächsten Stern vorbeifliegen.

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