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Raumfahrt : Galileos letzter Besuch des Jupitermondes Io

  • Aktualisiert am

Io von Galileo aus Bild: Nasa

Drei Mal länger als geplant reist die Raumsonde Galileo durchs All. Bevor ihre Reise endet, besucht sie noch ein Mal den Jupitermond Io.

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          Nie war eine Raumsonde einem Jupitermond so nahe wie Galileo Io am Donnerstag. Nur rund hundert Kilometer über der unruhigen Oberfläche des Mondes wird die Sonde ein letztes Mal Daten sammeln, bevor sie im September 2003 in die Atmosphäre des Jupiter gelenkt werden wird.

          Galileo soll bei diesem letzten Überflug nochmals Daten über den vulkanisch sehr aktiven Jupitermond sammeln und in den kommenden Monaten vom Rekorder der Sonde aus auf die Erde übertragen. Dabei wird er geladene Teilchen und den Magnetismus über Io messen. Die Kamera und andere Instrumente für Infrarot- und Temperaturbilder an Bord werden auf Io gerichtet sein. "Eine Mission wie die von Galileo birgt die Möglichkeit, interessante Orte über einen längeren Zeitraum mehrfach zu besuchen. Das ist gerade für Io großartig, weil dieser Mond sich so schnell ändert", sagt Eilene Theilig vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa.

          Der jüngste Vorbeiflug ist für die Wissenschaft besonders interessant, weil Io dem Jupiter immer die gleiche Seite zuwendet - wie unser Mond der Erde. Galileo wird die Innenseite Ios untersuchen und zudem bei diesem Eintauchen in die inneren Teile des Jupiter-Planetensystems Daten über die Stürme auf dem Jupiter sowie den Torus von Io liefern. Der Torus umgibt Jupiter als doughnut-förmiges Band von geladenen Teilchen in der gleichen Entfernung wie Io.

          Veteran der Raumfahrt

          Galileo ist seit 1989 mittlerweile drei Mal so lange im All und hat dreieinhalb Mal so viel Strahlenbelastung auf dem Buckel wie ursprünglich geplant. Die Sonde hat in ihrer Zeit im All den Jupiter 33 Mal umkreist, ist vor dem Donnerstag sechs Mal in die Umlaufbahn von Io eingetreten und hat die drei übrigen großen Jupitermonde Europa, Ganymed und Callisto mehr als 27 Mal besucht.

          Jetzt geht der Sonde jedoch der Treibstoff aus, der nötig ist, sie zu lenken und die Antenne auf die Erde zu richten. Damit Galileo nicht auf den Jupitermond Europa fällt, unter dessen Eismassen er früher Hinweise auf einen Ozean geschmolzenen Salzwassers entdeckt hatte, soll er in der Atmosphäre des Jupiter verglühen.

          Nach seinem Besuch bei Io wird Galileo im November 2002 jedoch noch Amathea, einen kleinen, inneren Mond von Jupiter besuchen. Es wird der erste nahe Vorbeiflug an dem Mond sein, und für Galileo der letzte.

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