https://www.faz.net/-gum-t45c

Raumfahrt : „Discovery“ wohlbehalten zurück auf der Erde

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Zufriedenheit bei der Nasa: Erstmals seit langer Zeit ist ein Space-Shuttle-Flug reibungslos verlaufen. Die Raumfähre „Discovery“, die den Esa-Astronauten Thomas Reiter zur ISS gebracht hatte, ist wohlbehalten gelandet.

          2 Min.

          Nach einem Aufenthalt von 13 Tagen im Orbit ist die Mannschaft der amerikanischen Raumfähre Discovery am Montag wohlbehalten in ihrem Schiff zur Erde zurückgekehrt. Nach einem Anflug über dem Golf von Mexiko setzte die Fähre wie ein Segelflugzeug ohne Antrieb gleitend um 9:14 Uhr (Ortszeit) auf der Landebahn am Cape Canaveral in Florida auf. Wenig später stiegen die sechs in orangerote Raumanzüge gekleideten Astronauten aus und wurden vom Bodenpersonal jubelnd begrüßt.

          Die Discovery war nach monatelangen Verzögerungen am 4. Juli mit sieben Astronauten an Bord vom Cape Canaveral aus zu ihrem Flug zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet. Neben den jetzt zurückgekehrten sechs Nasa-Astronauten befand sich beim Start auch der Deutsche Thomas Reiter an Bord. Im Auftrag der europäischen Weltraumagentur Esa wird er wahrscheinlich insgesamt sechs Monate an Bord der Raumstation verbringen.

          Wasser und Ersatzteile für die Station

          Mit Reiter sind nun zum erstenmal seit der Havarie der Raumfähre Columbia vor mehr als drei Jahren wieder drei Raumfahrer an Bord der Station. An seinem Arbeitsplatz in 350 Kilometern Höhe lebt der deutsche Astronaut mit dem russischen Kommandanten Pawel Winogradow und dem Amerikaner Jeffrey Williams zusammen. Die beiden befinden sich seit April an Bord der Station und werden Mitte September vom amerikanischen Kommandanten Michael Lopez-Alegria und seinem russischen Partner Mikhail Tyurin abgelöst. Wenn alles nach Plan verläuft, soll Reiter im Dezember an Bord einer amerikanischen Raumfähre zur Erde zurückkehren.

          Raumfahrt : Discovery-Astronauten auf drittem Außeneinsatz

          Neben Reiter brachte die Discovery auch mehr als zwei Tonnen Versorgungsgüter, darunter viele Liter Trinkwasser, sowie einige Ersatzteile zur Station. Für den Transport diente ein in Italien gebauter Container, der auf diesem Flug zum vierten Mal zur Raumstation und zurück gebracht wurde. Während zwei Weltraumspaziergängen nahmen die Astronauten Piers Sellers und Michael Fossum mehrere Reparaturen an der Raumstation vor. Unter anderem machten sie dabei einen kleinen, auf Schienen beweglichen Transportschlitten außerhalb der Wohncontainer der Raumstation gängig. Der Schlitten war nach einem mechanischen Mißgeschick seit einigen Monaten von einem Kabel festgeklemmt. Bei einem dritten Ausflug außerhalb der Raumfähre probierten die beiden Astronauten verschiedene Verfahren zur Reparatur von Hitzeschutzkacheln aus. Die Astronauten verbrachten außerdem mehr als zwei Tage ihres Raumfluges mit der Inspektion des Hitzeschutzschildes der Discovery.

          Endlich ein reibungsloser Flug

          Nach dem Ablegen von der ISS setzten sie am Samstag noch einmal die Laserkameras ein, um nach Schäden zu suchen. Nach einer gründlichen Auswertung der dabei aufgenommenen Bilder durch Fachleute am Boden, bekam Fährenkommandant Steve Lindsey am Sonntag die Mitteilung, es gäbe keine nennenswerten Schäden und er könne die Fähre am Montag zur Erde zurückfliegen.

          Die Manager des Raumfährenprogramms der Nasa zeigten sich nach der Rückkehr der Astronauten erleichtert, denn sowohl der Countdown zum Start wie auch der Flug selbst verliefen abgesehen von einigen kleineren Leckage an Steuertriebwerken weitgehend ohne Probleme. Besonders glücklich ist die Nasa darüber, daß die Schaumstoffisolierung des Außentanks der Raumfähre die Vibrationen während des Starts weitgehend intakt überstanden hatte. Mit der Rückkehr der Discovery beginnen nun die Vorbereitungen für den nächsten bemannten Raumflug. Wenn keine Schwierigkeiten auftreten, soll die Raumfähre Atlantis am 28. August zu einem weiteren Flug zur Raumstation aufbrechen.

          Weitere Themen

          Schüsse auf Priester in Lyon

          Tatverdächtiger gefasst : Schüsse auf Priester in Lyon

          In Lyon ist ein griechisch-orthodoxer Priester von einem Angreifer angeschossen worden, als er die Kirche schließen wollte. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen – in Paris wurde ein Krisenstab eingerichtet.

          Topmeldungen

          Eine Frau mit einer Packung Eier – im Hintergrund das Kapitol in Havanna

          Corona-Krise auf Kuba : Schlimmer als die Pandemie

          In Kuba setzt die Regierung strenge Maßnahmen gegen Corona ein. Noch härter als die Pandemie trifft die Menschen jedoch die Lebensmittelkrise. Das Land schlittert in eine immer schwierigere Situation.
          Der amerikanische Präsident Donald Trump bei einer Wahlveranstaltung

          Donald Trump : „Deutschland will mich abgewählt sehen“

          Das deutsch-amerikanische Verhältnis hat sich unter Donald Trump erheblich verschlechtert. Der amerikanische Präsident ist sich sicher, dass seine Niederlage nicht nur von China und Iran, sondern auch von Deutschland begrüßt werden würde.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.