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Raumfahrt : „Discovery“ dockt an ISS an

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Sieben Astronauten treten mit der Raumfähre „Discovery” die Reise zur Raumstation ISS an Bild: AP

Es ist einer ihrer letzten Flüge: Die Raumfähre „Discovery“ hat an der Raumstation ISS angedockt. Für neun Tage bleiben die Astronauten im All. Wichtigstes Ziel ihrer Mission ist der Transport von Ausrüstung und neuer Technik.

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          Die amerikanische Raumfähre „Discovery“ hat am frühen Montagmorgen an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Das Manöver stellte sich als schwierig heraus, da aufgrund eines Lecks die kleinen Steuerdüsen nicht funktionierten und Shuttle-Kommandeur Rick Sturckow auf die großen Hauptdüsen zurückgreifen musste. Es war das erste Mal, dass das Andocken einer Fähre an die Station mit den Hauptdüsen gesteuert wurde.

          Für neun Tage soll die „Discovery“ an der Weltraumstation bleiben und dann zum Weltraumbahnhof Cape Canaveral im amerikanischen Bundesstaat Florida zurückkehren. Zur Besatzung der Raumfähre gehören sechs amerikanische Astronauten der Nasa sowie der Schwede Christer Fuglesang. Der 52 Jahre alte Mann fliegt für die Europäische Weltraumorganisation Esa mit und wird auf der Raumstation ISS auf seinen belgischen Kollegen Frank De Winne treffen. Dieser gehört seit Ende Mai zur dortigen Langzeitbesatzung. Damit halten sich zum zweiten Mal in der Geschichte elf Raumfahrer gleichzeitig in einer Orbitalstation auf. Im Vergleich zur „Endeavour“-Mission im Juli fehlt in der Crew nur ein Astronaut aus Japan - mit acht Amerikanern, zwei Russen, einem Kanadier, Belgier und einem Schweden sind die ISS-Partner ansonsten komplett an Bord.

          Auf die Astronauten warten drei Außeneinsätze

          Die „Discovery“ hatte eigentlich schon am Dienstagmorgen vergangener Woche ins All fliegen sollen. Der Start musste jedoch zunächst wegen schlechten Wetters und wegen technischer Probleme dreimal verschoben werden. Auf die Shuttle-Astronauten warten an der ISS drei Außenbordeinsätze. Wichtigstes Ziel der Mission „STS-128“ ist der Transport von Ausrüstungsgegenständen und wissenschaftlichen Geräten zur ISS. Im Gepäck hat die „Discovery“ unter anderem ein neues Labor für Werkstoffwissenschaften und einen neuen Gefrierschrank zur Aufbewahrung von wissenschaftlichen Proben. Mit dem neuen Labor erhält die ISS ihre erste Forschungsapparatur überhaupt, die ausschließlich dem Bereich Werkstoffwissenschaften gewidmet ist. In ihr kann das Verhalten verschiedener Stoffe wie Metall, Glas, Kristall oder Keramik unter Weltraumbedingungen untersucht werden. Ziel ist es, später industriell Werkstoffe mit verbesserten Eigenschaften oder zu geringeren Kosten auf der Erde herzustellen.

          Astronautin Nicole Stott gibt das „OK” - sie ist bereit für den Abflug
          Astronautin Nicole Stott gibt das „OK” - sie ist bereit für den Abflug : Bild: REUTERS

          Für die Astronauten werden Lebensmittel, Kleidung, Wasser und ein Laufband ins All geschickt. Es soll das „Fitness-Studio“ der Astronauten komplettieren. Erheblichen Anteil an der Entwicklung der neuen wissenschaftlichen Geräte für die ISS hatten Ingenieure von Astrium in Friedrichshafen. Sie bauten für einen zweistelligen Millionenbetrag den neuen Gefrierschrank und einen Mini-Hochofen fürs Weltall. Außerdem sollen an der Außenwand der Station mehr als 20 Meter Kabel verlegt werden. Ebenfalls werden die Astronauten einen leeren Ammoniaktank für das Temperaturregelungssystem ersetzen. Mit einer Masse von 800 Kilogramm wird der Tank nach Esa-Angaben der schwerste Gegenstand sein, den je ein einzelner Astronaut im Weltraum zu bewegen hatte.

          Nur noch sechs Reisen zur ISS geplant

          Die „Discovery“ wird voraussichtlich am Dienstag, 8. September, wieder von der ISS abdocken und den Nasa-Astronauten Timothy Kopra von der Langzeitbesatzung zur Erde zurückbringen. Kopras Platz an Bord der ISS wird seine Nasa-Kollegin Nicole Stott einnehmen, die auch zur Crew des Fluges gehört. Die Landung der Raumfähre in Florida ist für den 11. September vorgesehen.

          Aller Voraussicht nach war es einer der letzten Shuttle-Missionen. Die amerikanischen Raumfähren sollen 2010 ausgemustert werden. Es sind nur noch sechs Reisen zur ISS geplant.

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