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Raumfahrt : Die „Discovery“ ist wohlbehalten gelandet

  • Aktualisiert am

Auf der Erde gelandet: Die Raumfähre „Discovery” Bild: dpa

Die Raumfähre „Discovery“ ist am Freitag abend wohlbehalten in Cape Canaveral gelandet. Nach 172 Tagen im Weltraum sind der deutsche Astronaut Thomas Reiter und sechs weitere Besatzungsmitglieder nun wieder auf der Erde.

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          Nach 172 Tagen im Weltraum ist der deutsche Astronaut Thomas Reiter wieder auf der Erde. Die Raumfähre „Discovery“ landete mit Reiter und sechs weiteren Raumfahrern am Freitagabend um 23.32 Uhr Mitteleuropäischer Zeit auf dem Raumfahrtzentrum Cape Canaveral im amerikanische Bundesstaat Florida.

          Die Landung hatte sich wegen schlechten Wetters um etwa anderthalb Stunden verzögert. Die „Discovery“ mußte die Erde noch ein zusätzliches Mal umkreisen. Erst kurz vor der Landung klarte der Himmel über dem Landeplatz auf. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hatte als Ausweichmöglichkeiten Landeplätze in Kalifornien und New Mexico vorbereitet. Eine Landung dort hätte aber einen teuren Rücktransport der „Discovery“ nach Florida nötig gemacht.

          „Ihr habt hier sieben aufgeregte Leute“

          Kurz nach Sonnenuntergang setzte Kommandeur Mark Polansky die Raumfähre auf die Landebahn in Florida auf. Ein Bremsfallschirm und Landeklappen brachten das Shuttle zu stehen. „Ihr habt hier sieben aufgeregte Leute“, funkte Polansky ins Kontrollzentrum. Anschließend wünschte er seiner Besatzung frohe Weihnachten.

          Thomas Reiter nach seiner Ankunft in Cape Canaveral
          Thomas Reiter nach seiner Ankunft in Cape Canaveral : Bild: REUTERS

          Die „Discovery war am 10. Dezember zur internationalen Raumstation ISS gestartet und hatte dort knapp zwei Tage später angedockt. Während des achttägigen Gemeinschaftsfluges mit der ISS stiegen Besatzungsmitglieder vier Mal in den freien Weltraum aus. Der amerikanische Astronaut Robert Curbeam wurde dabei dreimal vom ersten Schweden im All, Christer Fuglesang, begleitet und einmal von der Amerikanerin Sunita Williams.

          350 Kilometer Höhe

          Die Raumfahrer montierten ein zwei Tonnen schweres Bauteil, verkabelten die Station neu und holten beim zusätzlichen vierten Ausstieg ein altes Sonnensegel ein, das sich verklemmt hatte. Damit verfügt die ISS über genügend Energiequellen um die Station weiter ausbauen zu können. Zu den Profiteuren gehört auch die europäische Raumfahrtbehörde ESA, deren Wissenschaftsmodul „Columbus“ Ende kommenden Jahres an der ISS andocken soll. Zudem kann damit in der Perspektive die Stammbesatzung auf sechs Astronauten verdoppelt werden.

          Reiter war Anfang Juli ins All gestartet. In 350 Kilometern Höhe war er an Bord der Internationalen Raumstation ISS für Installations- und Wartungsarbeiten verantwortlich. Für den 48-Jährigen war es der zweite Raumflug mit einem Aufenthalt von fast sechs Monaten. Er sollte biologische, medizinische und physikalische Experimente im Zusammenhang mit der Schwerelosigkeit durchführen. Der gebürtige Frankfurter war nun länger im All als jeder andere Westeuropäer vor ihm. An seiner Stelle arbeitet jetzt die Amerikanerin Williams auf der ISS.

          Da die Schwerelosigkeit im All einen Knochen- und Muskelschwund bewirkt, beginnt für Reiter nach der geglückten Landung eine 45-tägige Regenerationsphase. Zunächst soll er für drei Wochen im texanischen Houston medizinisch betreut werden, bevor er seine Rehabilitationsmaßnahmen im Stützpunkt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln-Porz beendet.

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