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Raumfahrt : Auf der Raumstation wird das Essen knapp

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Glückliche Tage: 2001 gab es noch Pizza auf der Raumstation Bild: dpa

Kein schöner Anblick, wenn hoch über der Erde die Essensvorräte zur Neige gehen. Die russischen Astronauten sind zur Zeit auf Diät gesetzt, damit ihr Proviant bis zum nächsten Versorgungsflug an Weihnachten reicht.

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          Die beiden Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation sind vom Missionsarzt in der Bodenkontrolle in Houston auf Diät gesetzt worden. Anstelle der gewohnten 3.000 Kalorien dürfen der amerikanische Kommandant Leroy Chiao und sein russischer Bordingenieur Salizhan Sharipov nur noch 2.500 bis 2.700 Kalorien pro Tag verzehren.

          Der Grund für die "Hungerkur" ist nicht etwa, daß die beiden Raumfahrer, die sich seit dem 16. Oktober an Bord der Station aufhalten, zu dick geworden wären. Vielmehr sind die Regale in ihrer Speisekammer bedrohlich leer, und die noch vorhandenen Vorräte müssen gestreckt werden. Wenn bei dem nächsten, für Weihnachten geplanten Versorgungsflug etwas schiefgehe, so sagte der Manager der Raumstation bei der Nasa, Bill Gerstenmaier, müßten die beiden Astronauten ihren Aufenthalt abbrechen und vorzeitig zur Erde zurückkehren.

          Das wichtigste Gut ist Wasser

          Seit der Explosion der amerikanischen Raumfähre Columbia am 1. Februar 2003 über Texas wird die Raumstation nur noch von russischen Kapseln versorgt. Die Sojus-Schiffe übernehmen dabei den Personenverkehr, Nachschub, darunter vor allem Wasser, Nahrung, Kleidung, Gebrauchsgegenstände und Ersatzteile, wird dagegen mit den unbemannten Progress-Kapseln transportiert. Verglichen mit der Nutzlast einer Raumfähre, sind diese Progress-Kapseln aber nur Kleinlastwagen, denn sie können maximal zwei Tonnen Fracht in den Orbit bringen. Der größte Teil der Ladung - im Durchschnitt knapp die Hälfte der Nutzlast - besteht bei jedem Versorgungsflug aus Trinkwasser für die Astronauten, denn an Bord der Raumstation gibt es keine Wasseraufbereitungsanlage.

          Beim letzten Versorgungsflug wurden außerdem zahlreiche Ersatzteile in das Progress-Schiff gepackt, weil der wichtige Sauerstoffgenerator an Bord der Station nicht mehr zuverlässig arbeitete. Deshalb blieb ein erheblicher Teil der für die Astronauten vorgesehenen Nahrungsmittel auf der Erde zurück. Aus diesem Grund haben die beiden Raumfahrer vor wenigen Tage damit begonnen, die "eisernen Reserven" an Bord der Station anzubrechen.

          Reserven reichen nach Weihnachten noch zwei Wochen

          Bis Weihnachten wird dieser Vorrat trotz der nun verordneten Diät derart geschrumpft sein, daß die an Bord vorhandenen Nahrungsmittel dann nur noch für zehn bis 14 Tage reichen. Aus Sicherheitsgründen müßten die Astronauten dann die Station verlassen und zur Erde zurückkehren.

          Unterdessen teilte die amerikanische Weltraumbehörde mit, bei der Vorbereitung für die Wiederaufnahme der Flüge mit den drei verbliebenen Raumtransportern große Fortschritte zu machen. So habe man mittlerweile die meisten der von der Kommission zur Untersuchung der Columbia-Katastrophe geforderten zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt. Ein Nasa-Sprecher sagte, der nächste Shuttle-Flug sei für die zweite Maihälfte geplant. Von der Nasa unabhängige Fachleute halten diese Terminplanung allerdings für recht optimistisch, denn die Raumfahrtbehörde habe noch einen weiten Weg zurückzulegen, bevor alle von der Untersuchungskommission geäußerten Sicherheitsbedenken aus dem Weg geräumt seien.

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