https://www.faz.net/-gum-ojoo

Raumfahrt : Amerikanische Shuttles sollen erst 2005 wieder fliegen

  • Aktualisiert am

Als Endeavour noch fliegen durfte Bild: dpa

Die Nasa will vor einem neuerlichen Start ihrer Raumfähren weitere Tests im Computer und im Windtunnel machen. Außerdem soll bei künftigen Shuttle-Missionen stets eine Mannschaft zur Rettung in Notfällen bereitstehen.

          1 Min.

          Die Rückkehr der amerikanischen Raumfähren ins Weltall verzögert sich wahrscheinlich weiter bis Anfang nächsten Jahres. Nach Medienberichten rechnet die Nasa inzwischen nicht mehr damit, daß es mit dem für Herbst angepeilten Start klappt. Vermutlich werde es bis zum Januar oder gar März 2005 dauern, bis alle Probleme gelöst seien. Nasa-Manager Michael Kostelnik erklärte demnach, daß vor allem die Frage der Tankisolierung genauer überprüft werden müsse.

          Nach dem Absturz der „Columbia“ am 1. Februar 2003 war ein Startverbot verhängt worden. Inzwischen ist klar, daß der Absturz über Texas, bei dem alle sieben Astronauten an Bord ums Leben kamen, bereits beim Start vorprogrammiert war. Damals hatte sich ein koffergroßes Stück Isolierschaum von einem der Außentanks gelöst und ein Loch in den Hitzeschild der „Columbia“ geschlagen.

          Mehr Tests nötig

          Kostelnik erklärte, die Nasa-Wissenschaftler bräuchten zunächst weitere Computermodelle über das Verhalten des Isolierschaums und Windtunnelexperimente. Dafür brauche die Nasa aber noch mehr Zeit. Ursprünglich hatte die amerikanische Raumfahrtbehörde einen ersten Start für September angepeilt. Die Verzögerung bedeutet auch, daß die Bewohner der Internationalen Raumstation ISS weiter mit russischen Sojus-Kapseln ins All fliegen müssen. Auch der Weiterbau der Station verzögert sich damit weiter, weil nur die Fähren die schweren Bauteile in den Orbit bringen können.

          Außerdem will die Nasa bei künftigen Shuttle-Missionen stets eine Mannschaft zur Rettung in Notfällen bereit halten. Wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte, sollen in Schwierigkeiten geratene Astronauten versuchen, an der Internationalen Raumstation ISS anzudocken, wo sie dann von der Rettungscrew abgeholt werden könnten. Geprüft werde zurzeit auch, wie lange die „Unglückscrew“ sich notfalls in der ISS aufhalten könnte. Dem Sprecher zufolge ist daran gedacht, die Helfer im Fall der Fälle in einem „angemessenen Zeitrahmen“ auf den Weg zu schicken. Es sei aber nicht geplant, eine Raumfähre während laufender Missionen auf einer Rampe startbereit zu haben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.