https://www.faz.net/-gum-7ofnb

Zug um Zug : Die Bahn im Mittelrheintal ist zu laut

  • Aktualisiert am

Ein bisschen laut und doch so schön: das Mittelrheintal Bild: obs

Denkmalpfleger beobachten regelmäßig die Entwicklung der Unesco-Welterbestätten. Diesmal blicken sie kritisch ins Rheintal - die Bahn möge dort doch bitte leisere Züge einsetzen.

          1 Min.

          Der Internationale Rat für Denkmalpflege Icomos sorgt sich um die Welterbestätte Oberes Mittelrheintal. Vor allem der Bahnlärm beeinträchtigt nach Ansicht der Fachleute den Wert der Kulturlandschaft. „Es ist oft so, dass Sie ihr eigenes Wort nicht verstehen, wenn Güterzüge vorbeifahren“, sagte der Vizepräsident von Icomos Deutschland, Christoph Machat, am Dienstag in Berlin. Zum Weltdenkmaltag am 18. April appellierte er an Bund und Bahn, leisere Züge einzusetzen.

          Verkehrs- und Infrastrukturprojekte sind nach Angaben von Icomos bundesweit eine besondere Herausforderung für die Entwicklung von Welterbestätten. Dazu zählt zum Beispiel der Bau von Zugstrecken oder auch Windkrafträdern. Grundsätzlich müssten solche Projekte sein, sagte Architekturprofessor Berthold Burkhardt. „Es geht eigentlich immer um die Verträglichkeit.“ Das gelte zum Beispiel auch für ein geplantes Einkaufszentrum in Goslar.

          Ein Wettbewerb soll ein neues Konzept bringen

          Am Rhein sorgten auch andere Vorhaben für Diskussionen - die Sanierung der Bahntunnel zum Beispiel oder ein mögliches Hotel auf der Loreley. Ein Wettbewerb soll dort nun ein neues Konzept zur Gestaltung des Plateaus bringen.

          Die Organisation plädierte dafür, das Investitionsprogramm Nationale Unesco-Welterbestätten auch nach 2014 fortzuführen. Seit 2009 seien mit der Bund-Länder-Förderung rund 220 Millionen Euro bereitgestellt worden, sagte der Präsident von Icomos Deutschland, Jörg Haspel. So sei ein Barockhaus in Stralsund saniert worden, das in der DDR mit Holzschutzmitteln verseucht worden sei. „Ohne Verlängerung wird es für manche Kommunen sehr schwierig“, sagte Haspel. In Quedlinburg seien zum Beispiel noch rund 40 Altstadtbauten unsaniert. Die Stadt habe nun einen Hilferuf gesandt.

          Weitere Themen

          Schusswechsel bei Banküberfall in Berlin Video-Seite öffnen

          Verletzter Mitarbeiter : Schusswechsel bei Banküberfall in Berlin

          Am Morgen ist es zu einem Banküberfall in einer Filiale der Berliner Volksbank gekommen. Dabei kam es zu einem Schusswechsel, durch welchen ein Sicherheitsmitarbeiter verletzt wurde. Die Suche nach den Tätern läuft.

          Topmeldungen

          Stahlproduktion in Großbritannien: Bislang die einzige Industrie, die überhaupt Unterstützung der Regierung erhielt.

          Wirtschaft in Krisenzeiten : Wenn der Staat das Steuer übernimmt

          Schwere Krisen boten Regierungen schon immer die Gelegenheit, lenkend in die Wirtschaft einzugreifen. Nicht nur in Deutschland passiert das nun wieder. Unsere Korrespondenten berichten aus Amerika, Frankreich, Großbritannien, Italien und Südkorea.

          Identitätspolitik : Junge Linke gegen alte Linke

          Was alte Linke über Minderheiten sagen, finden junge Linke rassistisch. Und was die Jungen sagen, galt bei den Alten früher als Vorstufe des Faschismus. Es geht ein tiefer Riss durch das linke Lager.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.