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Prozess um Millionen-Erbstück : Immer auf dem Teppich bleiben

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7.2 Millionen Euro erzielte dieser Teppich im Auktionshaus Christie´s Bild: dapd

Der Auktionator schätzte ihn auf 900 Euro, ein halbes Jahr später wurde er für 7,2 Millionen Euro verkauft. Dennoch scheiterte die ehemalige Besitzerin des teuersten Teppichs der Welt nun mit ihrer Klage auf Schadenersatz.

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          Er hatte den Wert des heute teuersten Teppichs der Welt nicht erkannt. Trotzdem muss ein Augsburger Auktionator seiner ehemaligen Kundin keinen Schadenersatz zahlen. Das hat am Freitag das Augsburger Landgericht entschieden. Die Frau aus Starnberg hatte dem Auktionator im Herbst 2009 einen Teppich präsentiert.

          Dieser lag zuvor in der Wohnung ihrer Tochter, sie hatte ihn einst von einer Freundin geerbt. 900 Euro sei der Teppich wert, schätzte der Auktionator damals. Versteigert jedoch wurde er für 19.700 Euro. Die Freude war groß – jedoch nur für ein halbes Jahr. Dann nämlich tauchte der Teppich wieder auf, er wurde abermals versteigert, im Londoner Auktionshaus Christies‘s – für 7,2 Millionen Euro.

          Das Augsburger Auktionshaus habe nicht erkennen können, dass der Teppich aus dem Nachlass der französischen Kunstsammlerin Comtesse de Béhague stammt und deshalb so wertvoll sei, hieß es in der Urteilsbegründung. Außerdem sei der Augsburger nicht auf Teppiche spezialisiert.

          Er hätte aber, so sagt es Hannes Hartung, der Anwalt der Klägerin, stutzig werden müssen. Immerhin hätten sich noch vor der ersten Versteigerung 20 potentielle Bieter gemeldet, um mehr über den ominösen Teppich zu erfahren. Der Auktionator habe ihr zumindest mitteilen müssen, dass er nicht dazu in der Lage sei, den Wert es Teppichs vernünftig einzuschätzen, sagt Hannes Hartung.

          Er will die Urteilsbegründung genau prüfen und eventuell in Berufung gehen. Schon jetzt muss die Frau aus Starnberg 19.020 Euro Prozesskosten zahlen. Damit bleiben ihr noch 600 Euro von dem Wert, den sie einst für ihren kostbaren Teppich bekam.

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