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Prozeß : Mord an arg- und wehrlosen Söhnen

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Am Donnerstag begann der Mordprozeß gegen einen 44jährigen, der im Juli 2002 seine beiden Söhne im Main bei Frankfurt ertränkt haben soll.

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          Heimtückischen und aus niedrigen Beweggründen begangenen Mord wirft die Staatsanwaltschaft einem 44 Jahre alten Inder mit deutscher Staatsangehörigkeit vor, dessen Prozeß am Donnerstag vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts in Frankfurt begonnen hat.

          Der Angeklagte soll am späten Abend des 20. Juli vergangenen Jahres seine beiden vier und fünf Jahre alten Söhne Steven und Kevin an ein Fahrrad gefesselt in den Main südöstlich von Frankfurt gestoßen haben. Die hilflosen Kinder sind ertrunken, der des Mordes verdächtige Vater entkam vorübergehend nach Irland. Die Anklageschrift nennt als Motiv des Verbrechens, der von seiner Ehefrau getrennt lebende Mann habe seiner Partnerin "aus Rache und krasser Selbstsucht" mit dem Tod ihrer Kinder das Leben verdüstern wollen.

          Mord als Unfall dargestellt

          Zwischen den zerstrittenen Eheleuten war kurz vor dem Sterben der Söhne vereinbart worden, daß Bhupendraroy Govindji C. seine Kinder an Wochenenden sehen und einige Stunden mit ihnen verbringen sollte. Er verbrachte auch jenen Samstag mit ihnen und führte sie abends zu einem Straßenfest. Nach Auffassung der Anklagebehörde hat er die Kinder dann auf den mit einem Brett verlängerten Gepäckträger seines Fahrrades aneinandergebunden und ihnen Schlafmasken über den Augen befestigt. Gegen 23.50 Uhr stieß er die arg- und wehrlosen Söhne in der Nähe eines zu dieser Zeit geschlossenen Ausflugslokals an der Gerbermühle in den Fluß.

          Der Angeklagte hat sich zu Verhandlungsbeginn zu den Vorwürfen nicht geäußert, jedoch unmittelbar nach dem Tod der Kinder eine Reihe von Erklärungen verfaßt und in seiner Wohnung hinterlassen. Die Polizei fand ein an die Strafverfolgungsbehörden gerichtetes Schreiben, einen Brief an die Mutter und ein großes Bettlaken, auf dem mit rotem Stift die Geburts- und Todestage der Jungen verzeichnet sind. Das Laken wie die Briefe stellen den Vorfall als Unglück dar: Er sei mit den Kindern auf dem Gepäckträger am Main entlang geradelt, eine Mücke sei ihm ins Auge geflogen, er habe wegen eines am Lenker baumelnden Lebensmittelbeutels nicht mehr rechtzeitig bremsen können und sei in den Fluß gestürzt. Dort habe er die Orientierung verloren und die versinkenden Kinder nicht mehr retten können. Aus Angst vor ungerechtfertigter Verfolgung sei er geflüchtet. In den Briefen entschuldigt sich der Verfasser und betont in holprigem Deutsch: "Ich habe nicht beabsichtigt, was getan."

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