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Prozess gegen Marco W. : „Nichts wäre schlimmer als in Revision zu gehen“

  • Aktualisiert am

Geht der Prozess heute zu Ende? Bild: AP

Der Prozess gegen den in der Türkei des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Marco W. geht heute in eine weitere Runde. Marcos Verteidiger haben angekündigt, dass sie bei der Verhandlung in Antalya einen Freispruch für den 19 Jahre alten Schüler fordern wollen.

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          Der Prozess gegen den in der Türkei des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Marco W. wird heute in Antalya in Abwesenheit des Angeklagten fortgesetzt. Erwartet werden die Plädoyers der Verteidigung, wie die Familie des 19-Jährigen am Dienstag in Uelzen mitteilte. Anschließend könnte noch am selben Tag das Urteil fallen.

          Marcos Anwälte würden im Einklang mit der Entscheidung der Lüneburger Staatsanwaltschaft Freispruch für ihren Mandanten beantragen, hieß es. Die Anklagebehörde hatte im Mai die deutschen Ermittlungen in dem Fall gegen Marco eingestellt. Wie die Familie betonte, war das auf der „exakt gleichen Beweislage, wie sie auch dem Gericht in Antalya vorliegt“, geschehen.

          Bisher noch kein konkretes Strafmaß gefordert

          Marco selbst wird an der Verhandlung nicht teilnehmen. Die Familie betonte, dass er sich vor dem Verfahren in Antalya nicht drücke. Vielmehr sei er von seiner Anwesenheitspflicht freigestellt worden. Es liege keine Vorladung vor. Der sich mittlerweile zwei Jahre hinziehende Prozess müsse „endlich mit einem positiven Ergebnis für Marco zu Ende gehen“, heißt es in dem Schreiben der Familie weiter.

          Er müsse eine Chance haben, das Ganze zu verarbeiten und ein normales Leben zu führen. „Nichts wäre schlimmer als die Notwendigkeit, in Revision gehen zu müssen und damit einen Freispruch nochmals auf Jahre zu verschieben.“ Die Staatsanwaltschaft im türkischen Antalya hatte bei der Verhandlung am 5. Juni auf schuldig plädiert, jedoch kein konkretes Strafmaß gefordert.

          Dem 19-Jährigen wird vorgeworfen, im Osterurlaub 2007 ein damals 13-jähriges britisches Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Weiss hat dies stets bestritten und von einvernehmlichen Zärtlichkeiten gesprochen. Er saß 247 Tage in der Türkei in Untersuchungshaft.

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