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Die Tricks der Beautybranche : Wie ich das überflüssigste Kosmetikprodukt der Welt kaufte

Glänzt nicht, pflegt nicht, glättet nicht: Zauberstift von Bobbi Brown. Bild: F.A.S.

Ein Lehrstück der Schönheitsindustrie: Unsere Autorin entdeckt bei einem Einkauf einen magischen Lipliner, der seiner Trägerin Selbstbewusstsein verspricht.

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          Als ich das überflüssigste Kosmetikprodukt meines Lebens kaufte, hatte ich einen schlechten Tag. Es handelte sich nicht um einen Frustkauf, um keine dieser Übersprungshandlungen, das meinem erschlafften Belohnungssystem durch Shoppen auf die Sprünge helfen und mir einen kleinen Kick im Alltag verschaffen soll. Nie habe ich mich bewusster von den Versprechungen der Beauty-Industrie einwickeln lassen und bereitwilliger Geld gezahlt für – eine Illusion.

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eigentlich war ich überhaupt nicht in der Stimmung, um mir auf einem unbequemen Hochstuhl vor den Augen anderer Kaufhauskunden die Lippen anmalen zu lassen. Überall Spiegel und eine junge hübsche Verkäuferin mit makellosem Make-up. Ich hingegen fühlte mich grau und nicht besonders vorzeigbar. Wenig Schlaf, ein Konflikt daheim, und aus welchen Gründen auch immer hatte ich es nicht geschafft, mein aktuelles Projekt im Job voranzutreiben. Das Büro hatte ich einigermaßen frustriert verlassen, auf diese diffuse Weise unzufrieden mit mir, zu der meiner Erfahrung nach vor allem Frauen neigen, wenn sie an ihrem eigenen Perfektionismus scheitern und sich dafür auch noch selbst die Schuld geben.

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