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Mathematikerin Poppy Northcutt : Die erste Frau an den Nasa-Computern

  • -Aktualisiert am

Ihr Spezialgebiet: Abbruchsszenarien. „Wie holt man den Astronauten zur Erde zurück, wenn es ein Problem gibt?“ - Northcutt und Kollegen im März 1969 in Houston, bei der „Mission Control“ der Nasa. Bild: Getty

Ende des Monats jährt sich die Landung von Apollo 11 auf dem Mond. Damals im Kontrollzentrum der Nasa mit dabei: Frances „Poppy“ Northcutt, 25, die lieber nicht die erste Frau bei der Nasa gewesen wäre.

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          Ob es nicht einschüchternd sei, will ein Reporter von der jungen Blondine im Nasa-Kontrollzentrum in Houston wissen, in einem derart männlich dominierten Umfeld zu arbeiten? Es ist 1968, und in Texas arbeitet man fieberhaft an der Erreichung des Ziels, das der 1963 ermordete John F. Kennedy der Nation gesetzt hatte – dass nämlich Amerika noch „vor Ausgang dieser Dekade einen Menschen auf dem Mond landen lässt und sicher zurück zur Erde bringt“. Die junge Frau ist Frances „Poppy“ Northcutt, 25 Jahre alt und die einzige Frau an den Computern im Mission Control Center. Nun ja, antwortet Northcutt dem Reporter. „Tatsächlich ist dieses Umfeld eher von Maschinen dominiert.“

          Inzwischen ist die so Schlagfertige 75, eine Dame mit burschikosem Kurzhaarschnitt und einem melodiösen texanischen Akzent. Zunächst als Mathematikerin ausgebildet, hat sie sich unter anderem auch als Frauenaktivistin einen Namen gemacht; sie stritt dafür, dass Frauen in ihrer Heimatstadt Feuerwehrleute und Cops werden durften, und setzte sich dafür ein, dass texanische Krankenhäuser Frauen nicht länger die Kosten für eine Untersuchung zur Bestätigung einer Vergewaltigung aufbürdeten. Poppy Northcutt hat sich noch nie leicht einschüchtern lassen. Aber die Mitarbeit im Apollo-Programm, dessen größter Erfolg – die Landung auf dem Mond – Ende des Monats seinen fünfzigsten Jahrestag erlebt: Apollo, so sagt sie, „das war das Aufregendste auf der Welt“.

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