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Neue Spuren : Polizei prüft weiter Verbindungen zum Fall Tristan Brübach

Mögliche Opfer: Schautafeln mit Fotos ungelöster Fälle – unter ihnen Tristan Brübach, unten rechts. Bild: Marcus Kaufhold

Manfred S. hat vermutlich mehrere Prostituierte ermordet. Obwohl der Schüler Tristan Brübach nicht in sein Schema passt, verdichten sich die grausamen Indizien auch in diesem Fall.

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          Bei den Ermittlungen zum mutmaßlichen Serienmörder Manfred S. stößt die Polizei auf immer mehr mögliche Zusammenhänge. So untersuchen die Beamten weitere Vermisstenfälle, vor allem von Prostituierten. Aber auch Verbindungen zu dem Mord an dem Frankfurter Schüler Tristan Brübach, der 1998 getötet wurde, zieht das Landeskriminalamt (LKA) weiter in Betracht.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es bleibe zwar der Widerspruch, dass das Opfer aufgrund seines Alters und Geschlechts aus dem ansonsten einheitlichen Schema falle, heißt es im LKA in Wiesbaden. Jedoch weise neben den Verletzungen selbst ein Detail auf einen möglichen Zusammenhang zu der Prostituierten-Mordserie hin: Die Schuhe des Schülers wurden in ähnlicher Weise an der Leiche aufgefunden wie bei der 1991 ermordeten Gisela Singh. Dort standen sie sauber nebeneinandergestellt an ihrem Kopf. Bei dem Schüler, so heißt es von Ermittlern, seien sie auf der Leiche plaziert worden. Das sei nur ein Anhaltspunkt. Jedoch könne ein solches Detail für eine Verbindung zwischen den Morden stehen.

          Nicht ausgeschlossen ist es jedenfalls, dass sich der Täter bewusst für ein Kind als Opfer entschieden hat. „Ein Kind“, sagt die Darmstädter Kriminalpsychologin Katrin Streich, „ist ein vermeintlich leichtes Opfer, schneller und einfacher zu überwältigen als ein Erwachsener.“

          Auswertung der Spuren könnte Monate dauern

          Weiterhin vermuten die Beamten der AG Alaska, dass der Täter die Organe und anderen Körperteile zielgerichtet entnommen habe. So sei an den Leichen kein Körperteil zweimal entnommen worden. „Es war mal ein rechter Arm, ein linker Arm, ein rechtes Bein, ein linkes Bein, Torso oder Kopf. Wenn man das zusammenzählt, kann man sich daraus einen völlig neuen Menschen schaffen“, sagt Frank Herrmann, einer der Ermittler.

          Die Auswertung der Spuren wird sich noch über Monate hinziehen. Tausende Untersuchungen stünden noch an, hieß es am Freitag im LKA. Unter anderem werden die 32.000 Bilddateien analysiert, die auf dem Computer des Verdächtigen gefunden wurden. Nach Informationen dieser Zeitung hatte sich S. im Keller eine Ecke eingerichtet, in der er sich das Bildmaterial mit sadistischen Szenen regelmäßig anschaute. Auch der Keller des Hauses wurde von der Spurensicherung eingehend untersucht. Bisher gebe es aber keine Hinweise darauf, dass dort einer der Morde begangen wurde. Die Polizei prüft auch, ob weitere Räumlichkeiten angemietet wurden.

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