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Russland : Politik-Skandal um Twerking in Bienenkostümen

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Für die einen ein Showtanz nach Miley Cyrus’ Vorbild, für die anderen ein politisches Signal: Twerking in Bienenkostümen Bild: vitamen72 / Youtube

Ein erotischer Tanz von Schülerinnen in Bienenkostümen hat in Russland große Empörung hervorgerufen. Es geht aber nicht um Jugendschutz – sondern um die politisch bedeutsamen Farben Schwarz und Orange.

          Kritiker werfen einer Mädchentanzgruppe aus Orenburg rund 1200 Kilometer südöstlich von Moskau „obszöne Gesten“ ausgerechnet in schwarz-orangenen Kostümen vor - den Farben des Georgsbandes, dem Symbol für den Triumph über den Faschismus 1945. Dies sei eine „Missachtung des Sieges“ über den Nationalsozialismus vor 70 Jahren. Auch die Justiz schaltete sich ein.

          Juristisch sei der Tanz schwer einzuordnen, aber moralisch sei er eine Beleidigung, sagte der russische Kinderschutzbeauftragte Pawel Astachow nach dem Studium eines Videos der Show der Agentur Interfax zufolge. Die Ermittlungsbehörde leitete Untersuchungen ein, weil an dem frivolen Tanz „Bienen und Pu der Bär“ Minderjährige teilgenommen haben sollen.

          Keine Scherze mit Symbolen

          Die Leiterin der Tanzschule, Viktoria Jakowenko, nannte die Vorwürfe absurd. Die Gruppe habe im Twerking-Stil getanzt, der in Russland offensichtlich wenig bekannt, international aber populär sei.

          Russische Behörden sind beim Umgang mit Symbolen für den Sieg im Zweiten Weltkrieg kompromisslos. So waren drei Russen, die in Stawropol mit einer Sexpuppe vor einem Weltkriegsmahnmal posiert hatten, 2013 zu je vier Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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