https://www.faz.net/-gum-3wtj

Polarforschung : 20 Jahre "Polarstern": Eine Million Seemeilen für die Wissenschaft

  • Aktualisiert am

Die „Polarstern”: Seit 20 Jahren die Pole im Visir Bild: dpa

Wer das Klima der Erde verstehen will, muss in ihre Eisschränke - die Polgebiete - schauen. Wissenschaftler tun dies seit 20 Jahren mit dem Forschungsschiff "Polarstern".

          1 Min.

          Der deutsche Forschungseisbrecher „Polarstern“ pendelt seit 20 Jahren zwischen Nord- und Südpol: Am 9. Dezember 1982 wurde das Schiff in Dienst gestellt. Bis heute absolvierte es 18 Arktisexpeditionen und befindet sich auf seiner 20. Antarktismission.

          Die wissenschaftliche Arbeit an Bord in den Fachgebieten Biologie, Geologie, Geophysik, Chemie, Ozeanographie, Meteorologie und Glaziologie (Gletscherkunde) dient der weltweiten Umwelt- und Klimaforschung. Für mindestens zehn weitere Jahre bleibt das Schiff nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI/Bremerhaven) wichtigstes Instrument der Polarforschung.

          Erstes konventionelles Schiff am Nordpol

          Bisher hat der Forschungseisbrecher, der lange als das weltweit modernste Schiff seiner Art galt, mehr als eine Million Seemeilen zwischen den Polen zurückgelegt. Am 7. September 1991 erreichte die „Polarstern“ als erstes konventionell angetriebenes Schiff den Nordpol.

          Die Polargebiete der Erde haben nach Angaben des AWI in der modernen Umweltforschung einen hohen Stellenwert. Erkenntnisse über das Klima früherer Zeiten, die aus Ablagerungen am Meeresboden gewonnen werden, helfen bei der wissenschaftlichen Bewertung heutiger und zukünftiger Klimaveränderungen. Kaltes Bodenwasser, das in den arktischen und antarktischen Ozeanen entsteht, treibt die globalen Meeresströmungen an und beeinflusst das Klima weltweit.

          „Die gesamte Erforschung der schwer zugänglichen antarktischen Packeiszone wäre ohne Schiffe wie "Polarstern" nicht möglich gewesen“, schildert einer der wissenschaftlichen Fahrtleiter, Biologe Wolf Arntz. „Unter dem Packeis haben wir Lebensgemeinschaften beobachtet, die in ihrer Vielfalt an Korallengärten der gemäßigten Breiten erinnern.“

          International Bedeutung

          Die „Polarstern“ ist auch für die internationale Wissenschaft attraktiv: Es gibt keine Expedition, für die es nicht erheblich mehr Anfragen als Teilnahmemöglichkeiten gibt. In der Regel sind ein Drittel AWI-Mitarbeiter, ein Drittel deutsche Wissenschaftler und ein Drittel internationale Kollegen an Bord. Bis jetzt nahmen Mitglieder von insgesamt 35 Nationen an den Expeditionen teil.

          Der Eisbrecher gehörte dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das AWI betreibt die „Polarstern“ und macht sie für interessierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt zugänglich und nutzbar. Die Reederei Laeisz stellt die Mannschaft und hält das Schiff technisch auf dem neuesten Stand.

          Weitere Themen

          Ein Titel für Touristen

          Unesco-Welterbe Baden-Baden : Ein Titel für Touristen

          Die Unesco-Fachleute haben es beschlossen: Baden-Baden steht auf der Liste des Weltkulturerbes. Doch was bedeutet der Titel für die schöne Stadt im Nordschwarzwald?

          Ökologische Belastungsgrenze wird am Donnerstag erreicht Video-Seite öffnen

          Erdüberlastungstag : Ökologische Belastungsgrenze wird am Donnerstag erreicht

          Nach einer durch die Corona-Pandemie bedingten Abschwächung überfordern die Menschen die Belastungsgrenzen der Erde inzwischen wieder genauso stark wie zuvor. Laut Berechnungen der Experten des Global Footprint Networks rückt der sogenannte Erdüberlastungstag in diesem Jahr um drei Wochen nach vorn und fällt auf diesen Donnerstag.

          Topmeldungen

          Menschen in der Wiesbadener Fußgängerzone

          Sinkende Impfbereitschaft : Sorgen vor dem Corona-Herbst

          Während die Infektionszahlen weiter steigen, lassen sich immer weniger Menschen gegen das Virus impfen. In Berlin wachsen die Befürchtungen, dass neue Einschränkungen nötig werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.