https://www.faz.net/-gum-x3hl

Piraten : Deutsches Schiff vor Somalia gekapert

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Piraten haben vor der Küste Somalias ein Schiff einer Lübecker Reederei gekapert. Nach Angaben der Hilfsorganisation für Seeleute in Kenia wurde die 120 Meter lange „Lehmann Timber“ bereits am Mittwoch entführt. An Bord sollen sich 15 Besatzungsmitglieder befinden.

          1 Min.

          Vor der somalischen Küste sind am Mittwoch erneut zwei Handelsschiffe gekapert und entführt worden, darunter ein Schiff der Lübecker Reederei Hans Lehmann KG. Das bestätigte eine Sprecherin der Reederei gegenüber dpa. An Bord der in Gibraltar registrierten „Lehmann Timber“ befinden sich 15 Besatzungsmitglieder aus Russland, der Ukraine, Estland und Birma.

          Bei dem zweiten gekaperten Schiff handelt es sich nach Angaben der in Kenia beheimateten „Hilfsorganisation für Seeleute“ um ein türkisches Schiff namens „Arean“, das in Malta registriert ist. Angaben über die Besatzungsstärke der „Arean“ liegen nicht vor. Beide Schiffe waren im Golf von Aden an der Nordküste Somalias angegriffen und geentert worden.

          2007 wurden 31 Schiffe angegriffen

          In der Gegend war erst am vergangenen Sonntag der niederländische Frachter „Amiya Scan“ mit neun Seemännern aus Russland und den Philippinen an Bord gekapert worden. Die mit einem demontierten Ölförderturm beladene „Amiya Scan“ gehört der niederländischen Reederei Reidershipping, die wiederum zur Buss-Gruppe aus dem niedersächsischen Leer gehört. Nach Angaben aus Kenia soll die Angriffe auf das deutsche und das türkische Schiff von derselben Gruppe Piraten verübt worden sein, die sich anschließend in zwei Gruppen aufgeteilt habe und mit den gekaperten Schiffe auf die somalischen Hoheitsgewässer zuhalte.

          Die Gewässer rund um Somalia zählen zu den gefährlichsten der Welt. Alleine im vergangenen Jahr waren dort 31 Schiffe angegriffen worden. Seit Januar 2008 haben Piraten vor der Küste mindestens sieben Schiffe gekapert. Der spektakulärste Fall war die Entführung des französischen Kreuzfahrtschiffes „Le Ponant“ und seiner 30 Besatzungsmitglieder aus Frankreich, der Ukraine, Kamerun und den Philippinen Anfang April. Schiff und Besatzung war nach rund zehn Tagen gegen eine Lösegeldzahlung von zwei Millionen Euro freigelassen worden. Spezialkräften der französischen Marine war es gleichwohl gelungen, einige Piraten festzunehmen und einen Teil des Lösegeldes sicherzustellen.

          Die Militäraktion der Franzosen hatte aber nicht den erhofften abschreckenden Charakter gezeitigt. Eine Woche nach der Freilassung der „Le Ponant“ war der spanische Fischtrawler „Playa de Bakio“ entführt worden. Sechs Tage später waren Schiff und Besatzung gegen die Zahlung von angeblich 1,2 Millionen Dollar wieder freigelassen worden.

          Topmeldungen

          Beim Roulette gewinnt am Ende doch immer die Bank.

          Risiken bei der Geldanlage : Auch Sie sind ein Spekulant

          Alle Anleger wissen, dass sie nichts wissen. Nur wollen sie das beim Geld nicht wahrhaben – und bei Immobilien scheint der Anteil der Glücksspieler besonders hoch zu sein. Wie schätzt man Risiken richtig ein?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.