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Philippinen : Mindestens 650 Tote nach Taifun

  • Aktualisiert am

Der gewaltige Tropensturm „Washi“ aus Sicht eines Nasa-Satelliten Bild: dpa

Bei Sturzfluten nach einem Tropensturm sind im Süden der Philippinen mehr als 650 Menschen getötet worden. Heftiger Regen hatte mehrere Flüsse über die Ufer treten lassen. Die Überschwemmungen überraschten die meisten Opfer im Schlaf.

          Bei Sturzfluten nach schweren Regenfällen sind im Süden der Philippinen mehr als 650 Menschen ums Leben gekommen. Viele wurden am Samstagabend (Ortszeit) noch vermisst, berichtete der Zivilschutz. Allerdings war unklar, ob nicht einige Vermisste aus der Stadt geflüchtet oder unter den Toten waren. 35.000 Menschen wurden vorerst in Rettungszentren untergebracht. Tropensturm „Washi“ war über Nacht über die Insel Mindanao 800 Kilometer südlich von Manila hereingebrochen, sagte der Bürgermeister von Iligan, Lawrence Cruz. „Die Menschen schliefen schon, als die Sturzflut kam.“ Die Zahl der Toten könne auf mehr als 1000 steigen, warnte das Rote Kreuz. Helfer hätten viele Ortschaften noch gar nicht erreicht. Viele Straßen waren von Erdrutschen verschüttet.

          In mehreren Flüssen schwoll das Wasser in kürzester Zeit an, trat über die Ufer und rauschte in einigen Gemeinden wie eine zehn Meter hohe Wasserwand durch die Straßen. Die Wassermassen rissen viele der oft leicht gebauten Häuser mit. Manche Einwohner konnten sich in letzter Minute auf ihre Dächer retten. Andere sprangen aus dem zweiten Stockwerk in Rettungsboote. Am schwersten getroffen wurden die Städte Cagayan de Oro and Iligan. Helfer bargen allein dort nach Angaben des Militärs über 200 Leichen.

          Cely Asinero aus Cagayan de Oro wachte durch das dröhnende Getöse draußen auf und sah die Sturzflut. „Wir mussten beim Haus meines Bruders das Dach aufreißen und hochklettern, sonst wären wir ertrunken“, sagte sie im Radio. „Es war stockdunkel“, sagte Roman Pino, der mit seinen beiden kleinen Kindern auch aufs Dach flüchtete. „Wir haben inbrünstig gebetet. Wir konnten erst nach sechs Stunden runterkommen und haben viele Leichen gesehen.“

          Im Fernsehen waren zusammengebrochene Hütten und Häuser zu sehen. Auf dem Meer trieben Holzplanken. Auf der Küstenstraße türmten sich Autos übereinander. Bäume waren entwurzelt, Strommasten umgeknickt.

          Erste Hilfe für die Überlebenden

          Nach Angaben des Chefs der Zivilschutzbehörde, Benito Ramos, wurden 400 Menschen in den beiden am schwersten betroffenen Städten gerettet. Hunderte Helfer seien im Einsatz, um nach Verletzten zu suchen. Der Tropensturm zog am Samstag über Mindanao. Er wirbelte mit Geschwindigkeiten von 75 Kilometern in der Stunde.

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