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Philatelist Erhard Mörschel : 3-Cent-Briefmarke: „Das Design ist unwichtig“

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Zeichnet sich nicht durch Schönheit aus: eine neue 3-Cent-Briefmarke Bild: dpa

Obwohl die neue 3-Cent-Briefmarke nicht die schönste ist, kann sie für Sammler trotzdem interessant sein – sagt Philatelist Erhard Mörschel.

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          Herr Mörschel, Sie sind Vorsitzender des Verbands der Philatelisten-Vereine Hessen, Rhein-Main-Nahe. Was halten Sie von der neuen 3-Cent-Briefmarke?

          Zunächst einmal ist sie natürlich notwendig. Die Leute haben schließlich alle noch viele 55-Cent-Marken in den Schubladen, die sie nicht wegwerfen möchten.

          Und aus Sammlersicht? Das Design ist ja eher unspektakulär.

          Ich denke, die Post wollte das so billig wie möglich machen - eine Designkommission zu beauftragen ist ein längerer Prozess, also sind sie den einfachsten Weg gegangen, weil die Marke nur vorübergehend gebraucht wird.

          Meinen Sie, dass die Marke trotzdem für Sammler interessant wird?

          Sicherlich für diejenigen, bei denen sie zum Spezialgebiet passt. Posthistorisch Interessierte werden die Marke verwenden, um die Portoerhöhung zu dokumentieren. Auch interessant sind spezielle Postsendungen, etwa ein vollständiger Zwanzigerpack der 3-Cent-Marken auf einer Büchersendung. Außerdem werden manche Sammler nach Druckfehlern Ausschau halten, etwa Flecken auf der Drei. Diese Marken sind dann mehr wert.

          Philatelist Erhard Mörschel

          Wissen Sie schon, ob die Marke einmal wertvoll werden wird?

          Das kann man jetzt noch nicht beurteilen. Es hängt davon ab, wie viele Marken überleben und auf welchen Briefen oder Postkarten sie kleben. Aber der Wert ist für die meisten Sammler nicht entscheidend, es geht um den Spaß.

          Werden Sie die Marke selbst sammeln?

          Nein, mein Sammelgebiet ist die Zeit der Inflation in den zwanziger Jahren. Die heute unvorstellbare soziale Not spiegelt sich sehr eindrucksvoll in den Marken von damals.

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