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Peru : 30 Menschen sterben bei Brand in einer Diskothek

  • Aktualisiert am

Ein Feuerspucker hat offenbar in einer Diskothek in Perus Hauptstadt Lima einen Großbrand ausgelöst, bei dem 30 Menschen den Tod fanden.

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          Ein Feuerspucker hat offenbar bei einer Vorführung in einer Diskothek der peruanischen Hauptstadt Lima einen Großbrand ausgelöst, bei dem 28 junge Menschen ums Leben kamen. Zwei weitere Opfer seien im Krankenhaus gestorben, berichteten lokale Medien. Weiterhin schwebten noch mindestens 3 der mehr als 50 Verletzten in Lebensgefahr, hieß es weiter. Sie erlitten bei der ausbrechenden Panik Knochenbrüche, Verbrennungen und Rauchvergiftungen. Einige schwebten noch in Lebensgefahr, berichteten peruanische Medien unter Berufung auf Ärzte.

          Präsident Alejandro Toledo äußerte sein tiefes Bedauern über die Tragödie und ordnete ein strenge polizeiliche Untersuchung an. „Die an diesem Drama die Schuld tragen, müssen bestraft werden“, sagte der Staatschef. Die Disko hatte nach Angaben des Bezirksbürgermeisters keine Lizenz. Sie befand sich in einem Einkaufszentrum, in dem die wohlhabende Elite gern einkauft. Unter den Getöteten, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, waren auch die Nichten der beiden peruanischen Vizepräsidenten und die Tochter eines früheren Kongressabgeordneten.

          Sicherheit der Gäste vernachlässigt

          Rund 1.000 Gäste waren zu der „Zoo-Party“ gekommen, mit der das zweimonatige Bestehen der Disko gefeiert werden sollte. Zu den Attraktionen gehörten ein Löwe und ein bengalischer Tiger. Zeugen berichteten, ein Schimpanse sei durch die Disko geturnt und auf dem Gelände sei auch ein Pferd gewesen. Der Löwe und der Tiger seien in den Flammen umgekommen, teilten die Behörden mit. Zur Show in der Edel-Disco „Utopía“ gehörte ein Feuerkünstler, der den Brand ausgelöst haben soll. „Die Sicherheitsvorkehrungen waren wie der Name der Disco: eine Utopie“, sagte ein Feuerwehrmann. Angestellte hätten versucht, das Feuer mit alkoholischen Getränken zu löschen, und es damit nur noch schlimmer gemacht.

          Der Brand sei gegen 3.00 Uhr morgens ausgebrochen, als der Feuerspucker aus Versehen die brennbare Deckenverkleidung entzündete, berichteten Überlebende. Eine andere Augenzeugin sagte jedoch, das Feuer sei durch eine Stichflamme ausgelöst worden, als jemand hochprozentigen Alkohol in einen Aschenbecher gekippt habe.

          Gäste hielten Feuer für Teil der Show

          Die Gäste hätten das sich rasend schnell ausbreitende Feuer zunächst für einen Teil des Spektakels gehalten. Auch als das Licht und die Musik ausfielen, bemerkten viele noch nicht, in welcher Gefahr sie schwebten. Dann aber sei eine Massenpanik ausgebrochen und viele der Opfer hätten in der Dunkelheit und dem Rauch die Orientierung verloren. Auch seien die drei Notausgänge nicht ausreichend gekennzeichnet gewesen, hieß es.

          Hunderte verzweifelte Menschen eilten zu der Unglücksstelle und zu den Krankenhäusern, in denen die Verletzten behandelt wurden, um nach Angehörigen und Freunden zu suchen. Ein Großaufgebot der Feuerwehr konnte den Brand erst nach vier Stunden unter Kontrolle bringen.

          In Lima waren erst kurz vor Silvester bei einem Großbrand in der historischen Altstadt mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Damals war Feuerwerk in Brand geraten. Sicherheitsnormen werden in ganz Lateinamerika oft missachtet.

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