https://www.faz.net/-gum-9lzyb

Weltberühmte Kirche : Notre-Dame vor völliger Zerstörung gerettet

  • Aktualisiert am

Auch am späten Abend schlagen weiter hohe Flammen aus der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Bild: EPA

Der Brand in der weltberühmten Notre-Dame-Kathedrale in Paris ist unter Kontrolle und wird die Kirche nicht vollständig zerstören. Die Struktur sei nach dem stundenlangen Feuer nicht mehr gefährdet. Präsident Macron spricht bereits von Wiederaufbau.

          Der Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist nach Angaben der Feuerwehr „vollkommen unter Kontrolle“ und „teilweise gelöscht“. Es gebe aber noch einige Brandherde, die gelöscht werden müssten, sagte ein Feuerwehrsprecher in der Nacht auf Dienstag. Der Brand in dem weltberühmten Bauwerk im Herzen der französischen Hauptstadt war am Montagabend aus bislang unbekannter Ursache ausgebrochen

          Die Struktur der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist nach Angaben der Feuerwehr „gerettet“. Die gotische Kirche könne „in ihrer Gesamtheit erhalten“ werden, sagte der Leiter der Einsatzkräfte, Jean-Claude Gallet, am Montagabend in Paris. Er hob dabei insbesondere die beiden Haupttürme hervor, die gerettet worden seien. Ein Vertreter des Innenministeriums erklärte, man sei jetzt zuversichtlicher als noch vor ein paar Stunden, dass „wir Notre-Dame retten können“. Es werde aber noch drei bis vier Stunden dauern, bis der Brand eingedämmt sei. Berichte über mögliche Verletzte lägen bislang nicht vor.

          Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat am späten Montagabend versichert, dass die Pariser Kathedrale wieder aufgebaut werde. Das Schlimmste sei bei dem Brand verhindert worden, denn die Fassade und die beiden Haupttürme seien nicht zusammengestürzt. Der Kampf gegen das Feuer sei aber noch nicht vollständig gewonnen. Mit Blick auf das historische Bauwerk sagte der 41-Jährige: „Es ist das Epizentrum unseres Lebens.“

          Brand war auf Dachboden ausgebrochen

          Zuvor war am Montagabend in der weltberühmten Kathedrale ein Feuer ausgebrochen. Auf Bildern im französischen Fernsehen war eine große Rauchsäule über dem Pariser Wahrzeichen zu sehen. Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP könnte der Brand mit Renovierungsarbeiten zusammenhängen. Auch die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Der Brand sei auf dem Dachboden der Kathedrale ausgebrochen und gegen 18.50 Uhr entdeckt worden. „Ein schreckliches Feuer wütet in der Kathedrale Notre-Dame in Paris“, teilte Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf Twitter mit. 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Flammen waren auch knapp drei Stunden nach Beginn des Brandes noch nicht unter Kontrolle.

          Augenzeugen berichteten gegenüber FAZ.NET, dass der Bereich um die Kathedrale weiträumig abgesperrt worden sei. Feuerwehrleute hätten zunächst versucht, die lodernden Flammen zu löschen. Etwa anderthalb Stunden nach Ausbruch des Feuers brach der kleine Spitzturm der Kathedrale zusammen. Aus den beiden großen Türmen drang weiterhin schwarzer Rauch. Am späten Abend berichtete eine Anwohnerin gegenüber FAZ.NET: „Die ganze Stadt ist hier im Quartier. Alle reden vom Wiederaufbau – ganz schnell und mindestens genauso schön.“

          Macron sagte zudem eine für den Abend geplante TV-Ansprache aufgrund des Brandes ab und begab sich an den Ort des Unglücks Wann der Staatschef die Ansprache zu den Ergebnissen einer monatelangen Bürgerdebatte nun halten will, blieb zunächst offen.

          Flammen schlagen aus den Türmen der weltberühmten Notre-Dame-Kathedrale in Paris. Bilderstrecke

          Richard Ferrand, Präsident der französischen Nationalversammlung, kommentierte die Bedeutung des Brandes mit dramatischen Worten: „Das Herz und die Geschichte von Paris verbrennen vor unseren Augen.“ Frankreichs Premierminister Édouard Philippe schrieb auf Twitter: „Unsere Traurigkeit ist unbeschreiblich, aber wir kämpfen immer noch. An diesem Abend kämpfen die Feuerwehrleute heldenhaft gegen das Feuer.“

          Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert drückte seine Anteilnahme aus. Er sagte: „Es tut weh, diese schrecklichen Bilder der brennenden Notre Dame zu sehen. Sie ist ein Symbol Frankreichs und unserer europäischen Kultur.“ Auch Bundesaußenminister Heiko Maas zeigte auf Twitter seine Verbundenheit mit den „französischen Freundinnen und Freunden“ und äußerte die Hoffnung, dass bei dem Brand keine Menschen zu Schaden gekommen seien. Auch im Rest der Welt zeigte man sich bestürzt über die Brandkatastrophe.

          Notre-Dame ist eine der Pariser Top-Touristenattraktionen und wird jährlich von Millionen von Menschen besucht. Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Île de la Cité. Ihre Geschichte reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Fast 200 Jahre vergingen bis zur Fertigstellung. Die Dimensionen der im gotischen Stil konstruierten und der Jungfrau Maria geweihten Kirche mit ihren beiden majestätischen Türmen sind gewaltig: 127 Meter lang, 40 Meter breit und bis zu 33 Meter hoch.

          Viele Meter lang stehen die Touristen täglich vor dem Gebäude Schlange. Seit den islamistischen Terroranschlägen, die Frankreich in den vergangenen Jahren heimgesucht hatten, wird die Kathedrale von Soldaten bewacht.

          Quartier Saint-Merri: Paris-Cathédrale Notre Dame

          Weitere Themen

          Sorge um stilles Aussterben der Giraffen Video-Seite öffnen

          Bereits ein seltener Anblick : Sorge um stilles Aussterben der Giraffen

          Im Norden Kenias waren Giraffen früher weit verbreitet, doch heute sind die Tiere zu einem seltenen Anblick geworden. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Giraffen-Population zurückgegangen. nicht nur in Kenia, sondern in ganz Afrika.

          Abschied von getötetem Achtjährigen

          Nach Frankfurter Gewaltat : Abschied von getötetem Achtjährigen

          Nach der grausamen Tat am Frankfurter Hauptbahnhof haben Angehörige, Freunde und Nachbarn in einem Gedenkgottesdienst Abschied von dem getöteten Jungen genommen. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier war anwesend.

          Topmeldungen

          Finanzminister Olaf Scholz hat sich gegen das von Wirtschaftsminister Peter Altmaier vorgelegte Konzept zur vollständigen Abschaffung des Solis ausgesprochen.

          Finanzminister : Scholz gegen komplette Soli-Abschaffung

          Finanzminister Olaf Scholz kritisiert das von Wirtschaftsminister Altmaier vorgelegte Konzept zur vollständigen Soli-Abschaffung als „Steuersenkung für Millionäre“. Der SPD-Politiker möchte vorerst nur 90 Prozent der Steuerzahler entlasten.
          Angestellte von Google und Youtube beim Gay Pride Festival in San Francisco, Juni 2014

          Trump gegen Google : Man nennt es Meinungsfreiheit

          Ohne das Internet wäre Donald Trump wohl nicht amerikanischer Präsident geworden. Jetzt beschwert er sich über politische Ideologisierung bei Google. Aus dem Silicon Valley schallt es zurück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.