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Papyrus-Fund : Hatte Jesus eine Ehefrau?

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3,8 mal 7,6 Zentimeter ist das Dokument, das in koptischer Sprache verfasst ist, groß. Bild: dapd

Hatte Jesus weibliche Jünger? War er gar verheiratet? Ein in koptischer Sprache verfasstes Dokument, das möglicherweise ein Auszug aus einem Evangelium ist, heizt neue Spekulationen an. Eine amerikanische Historikerin stellte den Papyrus-Fetzen nun in Rom vor.

          Ein vergilbter Papyrus-Fetzen aus dem vierten Jahrhundert heizt neue Sepkulationen über Jesu Verhältnis zu Frauen an: War Jesus verheiratet? Karen King, eine Historikerin der Universität Harvard, untersuchte den Text, bei dem es sich den Angaben zufolge möglicherweise um einen Auszug aus einem Evangelium handelt, und stellte ihn am Dienstag in Rom vor. Die Herkunft des Dokuments, das aus einer privaten Sammlung stammt, bleibt ein Geheimnis.

          In dem in koptischer Sprache verfassten 3,8 mal 7,6 Zentimeter großen Dokument heißt es in einem Dialog: „Jesus sagte zu ihnen, meine Frau...“. Die Frau, auf die sich das Zitat bezieht, identifizierte King als „Maria“. Demnach sagt Jesus in den folgenden Zeilen, in denen er mit seinen Jüngern darüber diskutiert, ob Maria würdig sei, Maria könne sein Jünger sein.

          Über den Fundort des Dokuments ist nichts bekannt

          Seit den Anfängen des Christentums gibt es eine Debatte darüber, ob Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und ob er einen weiblichen Jünger hatte. King sagte, das Dokument belege nicht, dass Jesus verheiratet gewesen sei, doch gebe es Hinweise auf das Verhältnis der frühen Christen zu Familie, Sexualität und Heirat. Die Debatte über Jesu Verhältnis zum anderen Geschlecht ist bis heute aktuell wenn es beispielsweise darum geht, ob Frauen zum Priester geweiht werden dürfen.

          Das Dokument gehört einem privaten Sammler, der Kontakt mit King aufgenommen hatte. Über den Ort, an dem es gefunden wurde, ist bislang nichts bekannt. Kings Untersuchungen ergaben aber, dass es aus Ägypten stammen könnte. Bei einem Kongress von Koptologen in Rom stellte sie die Entdeckung am Dienstag vor.

          Kritiker warnten, die ungewisse Herkunft des Dokuments solle zur Vorsicht mahnen. Der Text gebe keine Gewissheit darüber, dass die Autoren glaubten, Jesus sei verheiratet gewesen. King und die Wissenschaftlerin Anne Marie Luijendijk von der Universität Princeton sagten indes, das Dokument stamme möglicherweise aus einem kürzlich entdeckten Evangelium über die Frau Jesu. Der Text sei vermutlich eine Abschrift eines ursprünglich in Altgriechisch verfassten Evangeliums aus der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts, denn er weise Ähnlichkeiten mit anderen kürzlich entdeckten Evangelien auf.

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