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Castel Gandolfo : Treten sie ein ins Schlafzimmer des Papstes

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Trotz allem Prunk asketisch schmal: Das Bett der Päpste in der Sommerresidenz. Bild: AFP

Die Sommerresidenz der Päpste öffnet für Besucher und erlaubt Einblicke in die privatesten Gemächer. Der Besucher erfährt dort auch, warum der jetzige Papst sie nicht mehr braucht.

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          Ab diesem Samstag können Besucher einen Blick ins Schlafzimmer der Päpste in Castel Gandolfo werfen. Die päpstliche Sommerresidenz bei Rom öffnet dann auch die Privatgemächer von Benedikt XVI. und seinen Vorgängern für die Öffentlichkeit.

          Die von den Vatikanischen Museen organisierte Führung umfasst 16 Räume, die abgesehen von einigen organisatorischen Veränderungen wie etwa Absperrseilen unverändert sein sollen, hieß es bei der Vorstellung des Projekts am Freitag in Castel Gandolfo. Zu sehen sind unter anderem das Schlafzimmer, die Privatkapelle, die Bibliothek und das Arbeitszimmer der Päpste.

          Ort eines historischen Moments

          „Besucher können hier den Atem der Geschichte spüren“, sagte der Direktor der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci. Im Papstbett etwa sollen während des Zweiten Weltkriegs sogar Kinder geboren sein, als Pius XII. Schwangeren Schutz im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo bot. Ein historischer Moment spielte sich in der ebenfalls zu besichtigenden Privatkapelle der Päpste ab: Hier beteten 2013 erstmals zwei Päpste gemeinsam: der Emeritus Benedikt XVI. und der neugewählte Franziskus.

          Geräumige Gemächer: Von den 33 Päpsten nutzte nur knapp die Hälfte die Sommerresidenz. Bilderstrecke
          Geräumige Gemächer: Von den 33 Päpsten nutzte nur knapp die Hälfte die Sommerresidenz. :

          Für Paolucci zeigt sich die Politik und Seelsorge von Franziskus auch in der Öffnung des Papst-Appartements für Besucher. Der derzeitige Papst wolle an die Ränder der Welt gehen; er habe viel zu tun, sei viel unterwegs und verzichte daher auf seine Sommerresidenz und stelle sie dem Volk zur Verfügung. Franziskus sei übrigens nicht der einzige Papst, der die Residenz nicht nutze. Von den 33 Päpsten seit ihrer Errichtung hätten sie nur 15 regelmäßig aufgesucht.

          Sommerresidenz fast 400 Jahre alt

          Der für die Sommerresidenz zuständige Direktor Osvaldo Gianoli betonte, die Papstwohnung diene nach wie vor primär dem Papst. „Selbstverständlich freuen wir uns immer sehr, wenn wir Franziskus oder auch den emeritierten Papst Benedikt XVI. beherbergen können.“

          Franziskus hatte bereits zuvor große Teile der Sommerresidenz als Museum und auch Teile der zugehörigen Gärten für Besucher zugänglich gemacht. Seit 2014 gibt es Führungen im Barberini-Garten. 2015 wurde in Castel Gandolfo die Galerie der Papstporträts eröffnet.

          Den Umbau zur Sommerresidenz des etwa 25 Kilometer südlich von Rom gelegenen Geländes veranlasste Urban VIII. Er wohnte dort ab 1626 als erster Papst über längere Zeit.

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