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Papst-Reise : Warum die Omajjaden-Moschee?

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Der Vorhof der Omajjaden-Moschee Bild: dpa

Schon bei ihrer Errichtung wurde die Omajjaden-Moschee zum Sinnbild der gemeinsamen Geschichte von Christentum und Islam.

          Der Besuch von Johannes Paul II. in der prunkvollen Omaijaden-Moschee in Damaskus soll ein Zeichen setzen für den Dialog zwischen Christen und Moslems. Der Ort für die erste Visite eines Papstes in einer Moschee ist mit Bedacht gewählt: Das Gotteshaus verbindet in seiner Geschichte verschiedene religiöse Traditionen.

          Wie viele Kultstätten im Nahen Osten wechselte der Ort, an dem sich jetzt die dreischiffige Moschee erhebt, mehrmals die religiöse Zugehörigkeit. Die Aramäer verehrten dort bereits vor 5000 Jahren ihren Wettergott Haddad. In der römischen Epoche wurde die Stelle umgewidmet und für den Gott Jupiter eine riesige Tempelanlage errichtet. Im vierten Jahrhundert wurde das Christentum zur Reichsreligion. Unter Kaiser Theodosius wurde auf einem Teil der alten Tempelanlage eine Basilika errichtet, die nach Johannes dem Täufer benannt wurde.

          Christen und Moslems beteten lange Tür an Tür

          Im Jahr 636 eroberten arabisch-islamische Truppen Damaskus. Auf dem Areal des alten Jupiter-Tempels beteten Moslems und Christen anschließend jahrzehntelang Tür an Tür. Im Ostteil verneigten sich die Moslems in Richtung Mekka, während die Christen sich in der Johannes-Basilika im Westteil versammelten.

          Zu Beginn des achten Jahrhunderts befahl der Kalif El-Walid aus der Dynastie der Omaijaden den Bau einer großen, repräsentativen Moschee für seine Hauptstadt. Die Johannes-Basilika musste für den Neubau weichen, allerdings wurden die Christen mit anderen Kirchen entschädigt. Nach der Überlieferung wurden bei Grabungsarbeiten die Gebeine Johannes des Täufers entdeckt, der von Christen und Moslems verehrt wird. Die Gebeine werden bis heute im Gebetsraum der Moschee aufbewahrt.

          Die Bauarbeiten für den Prunkbau, der die Macht der Dynastie und ihres Glaubens aller Welt vor Augen führen sollte, führten vor allem christliche Handwerker aus. In dem Bauwerk vereinen sich Elemente römischer, griechischer und islamischer Architektur. Brände, Erdbeben und der Ansturm der Mongolen fügten dem Gotteshaus über die Jahrhunderte beträchtliche Schäden zu. Dennoch ist das mit Mosaiken und Ornamenten reich verzierte Gebäude bis heute eine der bedeutendsten Moscheen der islamischen Welt.

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