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Papst Franziskus zu Ostern : Füßeküssen im Gefängnis

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Dicker Schmatzer: Papst Franziskus küsst einem Häftling den Fuß. Bild: dpa

Für Christen beginnen mit dem Gründonnerstag die heiligsten Tage des Jahres. Papst Franziskus hat die Osterfeierlichkeiten eröffnet – und zwar im Gefängnis.

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          Mit dem Gründonnerstagsgottesdienst hat Papst Franziskus in Rom die Osterfeierlichkeiten eröffnet. Am Nachmittag feierte er im römischen Gefängnis „Regina Coeli“ das Gedenken an das Letzte Abendmahl Jesu. In Anlehnung an eine Demutsgeste Jesu an seinen Jüngern wusch er zwölf Häftlingen die Füße. Jesus habe die gängigen Rangordnungen umgekehrt, so der Papst: „Wer Chef sein will, soll anderen dienen.“ Das sei durchaus mit Risiken verbunden. Außerdem mahnte er, eine gerechte Strafe müsse immer auch Hoffnung bieten, die Aussicht, sich bessern und wieder integrieren zu können. Sonst sei Strafe unchristliche und unmenschlich.

          Am Morgen hatte Franziskus im Petersdom in der Chrisammesse die heiligen Öle geweiht, die in der Kirche für Weihen und Sakramente verwendet werden. Dabei forderte er die katholischen Priester zu Volksnähe auf, erreichbar zu sein und für jeden ein passendes Wort zu haben. Nähe zu den Menschen sei eine Schlüsselqualifikation für Seelsorger.

          In der Zuwendung eines Priesters komme die Nähe Gottes zu den Menschen zum Ausdruck. In Beichtgesprächen sollten die Geistlichen auf eine Weise die Wahrheit sagen, „die dem Sünder erlaubt, vorwärts zu schauen“ und ihm keine Steine in den Weg legen, so Franziskus.

          Am Karfreitag begeht Franziskus nachmittags im Petersdom die Feier vom Leiden und Sterben Jesu. Traditionell findet an diesem Tag in der katholischen Kirche keine Messfeier statt. Am Abend will der Papst beim römischen Kolosseum den Kreuzweg beten. Die Betrachtungen zu den 14 traditionellen Stationen des Kreuzwegs haben in diesem Jahr Schüler einer römischen Oberschule geschrieben.

          Darin beschreiben sie Gefühle und Gedanken junger Menschen angesichts des Leidens Jesu. So erinnern die Texte an Gleichgültigkeit angesichts alltäglicher Ungerechtigkeit, das Leiden von Müttern wegen des Schicksals ihrer Kinder, aber auch an Spott und Hass in Sozialen Netzwerken und die Schwierigkeit, dies zu vergeben.

          Auf dem Kreuzweg vom antiken Amphitheater auf den Palatin-Hügel schreiten die Beter symbolisch 14 Stationen der Leidensgeschichte Jesu ab. Die abendliche Feier im Schein Tausender Lichter und Fackeln zählt zu den stimmungsvollen Höhepunkten der Osterfeierlichkeiten in Rom.

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