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Homophobe Standesbeamtin : „Der Papst dankte mir für meinen Mut“

  • Aktualisiert am

Ihr christlicher Glaube hindere sie daran, homosexuelle Paare zu trauen: Kim Davis verliest am 14. September, flankiert von ihrem Sohn Nathan und Polizeibeamten, ein Statement vor dem Gerichtsgebäude in Morehead. Bild: AP

Wegen ihrer Weigerung, homosexuelle Paare zu trauen, kam die amerikanische Standesbeamtin Kim Davis in Beugehaft. Jetzt hat Papst Franziskus sie offenbar empfangen - und ihr für ihren Mut gedankt.

          Für Strengreligiöse ist sie eine Ikone, andere verdammen sie: Kim Davis’ Entscheidung, als Standesbeamtin im amerikanischen Bundesstaat Kentucky keine gleichgeschlechtlichen Paare zu trauen, hat eine Kontroverse ausgelöst und sie international bekannt gemacht. Die 49 Jahre alte Davis saß deshalb bereits sechs Tage in Beugehaft. An ihrer Haltung hält Davis, Mitglied der Neuapostolischen Kirche, nach wie vor fest. Sie beruft sich auf ihre individuellen Glaubensüberzeugungen und ihr Gewissen.

          Wie der „Guardian“ berichtet, bekam Davis für ihre unnachgiebige Haltung nun sogar Rückendeckung von der Katholischen Kirche - und zwar von allerhöchster Stelle. Demnach hat Papst Franziskus die Frau während seines Besuchs in Washington in der Botschaft des Vatikans empfangen. Die britische Zeitung verweist unter anderem auf die christliche Internetseite „Liberty Council“, die von Davis’ Anwalt Matt Staver ins Leben gerufen wurde. Staver zitiert dort die Eindrücke seiner Mandantin von dem Treffen.

          Der Vatikan hält sich bedeckt

          Demnach sei Davis von dem Gespräch mit dem Oberhaupt der Katholischen Kirche sehr angetan gewesen. „Papst Franziskus war freundlich, echt mitfühlend und sehr sympathisch“, wurde sie zitiert. Und weiter heißt es: „Er dankte mir für meinen Mut und sagte mir, ich solle stark bleiben.“ Auch das Magazin „Inside The Vatican“ berichtete online über das Treffen.

          Aus dem Vatikan gab es indes keine Reaktion. Der Sprecher des Papstes wollte die Berichte „weder bestätigen noch dementieren“. Wie der „Guardian“ weiter schreibt, machte Franziskus während seines Rückflugs nach Rom vor Journalisten jedoch Anspielungen auf den Fall Davis.

          Franziskus sagte, dass eine Weigerung aus Gewissensgründen ein Menschenrecht sei. Und wenn Menschen einem anderen diese Weigerung nicht erlaubten, „dann stellen sie ein Menschenrecht in Abrede“. Kim Davis erwähnte er nicht. Er könne „nicht alle Einzelfälle im Sinn haben“, so der Pontifex.  Während seiner Reise sparte Franziskus das Thema gleichgeschlechtliche Ehe aus.

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