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Pandemie : Schweinegrippe breitet sich immer weiter aus

  • -Aktualisiert am

Bild: reuters

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt. Nun wächst die Sorge, der neue Erreger könne sich verändern und während der normalen saisonalen Influenza im Herbst weiter ausbreiten.

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          Einen Tag, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt hatte, hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sich besorgt darüber gezeigt, dass sich das Virus H1N1 verändern könnte. Der neue Erreger könnte sich dann während der normalen saisonalen Influenza im Herbst weiter ausbreiten. „Deshalb hoffen wir, dass bis dahin eine Impfstoffproduktion auf den Weg gebracht wurde“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag in Berlin. Ein Impfstoff aber werde nicht vor dem Herbst zur Verfügung stehen. Die Lage in Deutschland ist nach Angaben der Ministerin derzeit unter Kontrolle. Konkrete Maßnahmen wie eine Schließung der Grenzen seien nicht geplant.

          In Deutschland stieg die Zahl der Schweinegrippefälle am Freitag weiter an. Vor allem in Düsseldorf rechnen die Gesundheitsbehörden der Stadt mit weiteren Erkrankungen. Bislang wurden 46 Kinder der Japanischen Internationalen Schule und drei Elternteile positiv auf das neue H1N1-Virus getestet. Sie befinden sich mit ihren Familien in häuslicher Quarantäne. Die Japanische Schule mit ihren mehr als 500 Schülern bleibt bis zum 20. Juni geschlossen.

          In Köln wurde wegen der Erkrankung von acht Schülerinnen das Erzbischöfliche Irmgardis Gymnasium bis zum nächsten Mittwoch geschlossen. Die Patientinnen seien ambulant behandelt worden oder schon wieder genesen, teilte die Stadt mit. In Niedersachsen hat sich ein 36 Jahre alter Lehrgangsteilnehmer der Führungsakademie der Bundeswehr vermutlich während einer Ausbildungsreise in die Vereinigten Staaten infiziert, wie die Bundeswehr mitteilte. Auch bei ihm verlaufe die Krankheit mild.

          In der Regel verlaufen die Erkrankungen mild

          Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat 111 Schweinegrippefälle in Deutschland bestätigt. Am Freitag kamen 16 neue Fälle hinzu, davon allein neun in Nordrhein-Westfalen. In der Regel verlaufen die Erkrankungen mild, wie eine Sprecherin des RKI mitteilte. Dennoch dürfe die Krankheit wegen ihres hierzulande meist moderaten Verlaufs nicht unterschätzt werden, sagte der Präsident des Instituts, Jörg Hacker. Bei erhöhten Fallzahlen werde es wohl auch in Deutschland schwere Verläufe der Grippe geben.

          UN-Generalsekretär Ban Ki-moon mahnte, „auf der Hut“ zu sein. „Wir wissen nicht, welches Bild sich in den kommenden Monaten entwickelt“, sagte Ban in New York. Bislang sei das Virus vor allem in entwickelten Ländern aufgetreten. „Das dürfte sich bald ändern - und wird Konsequenzen haben.“ In den armen Ländern seien die Gesundheitssysteme schlechter entwickelt und die Menschen würden sich später in medizinische Behandlung begeben. Zudem seien dort auch andere Infektionskrankheiten stärker verbreitet. „Außerdem müssen wir auch daran denken, dass die Grippesaison in der südlichen Hemisphäre jetzt erst beginnt.“ Zugleich warnte Ban vor Überreaktionen.

          Nach Angaben der WHO ist die Schweinegrippe die erste Influenzapandemie seit mehr als 40 Jahren - 1968 sollen an der Hongkong-Grippe mehr als eine Million Menschen gestorben sein. Das Schweinegrippe-Virus H1N1 breite sich mittlerweile auf mindestens zwei Kontinenten beständig aus, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf. Außer in Nordamerika gibt es auch in Australien fortwährend Ansteckungen von Mensch zu Mensch. Inzwischen hat die WHO fast 30 000 Infektionen in 74 Ländern registriert. 145 Patienten sind bislang gestorben.

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