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Paläontologie : Ein Monster kommt in Karlsruhe an

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So groß sind allein wenige Halswirbel des Pliosauriers Bild: dpa

Die Überreste des „Monsters von Aramberri“, eines gigantischen Meeressauriers, sind in Kisten verpackt beim Naturkundemuseum Karlsruhe angekommen.

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          Verstaut in 14 je hundert Kilogramm schweren Kisten sind am Dienstag Überreste eines gigantischen Meeressauriers, dem „Monster von Aramberri“ beim Naturkundemuseum in Karlsruhe eingetroffen. Badische Paläontologen hatten das gut 150 Millionen Jahre alte Skelett in Mexiko gefunden und ausgegraben. Der Pliosaurier, dessen Skelett außergewöhnlich gut erhalten ist, gehört zu den größten Raubtieren, die je auf der Erde lebten.

          Auf etwa 18 Meter schätzt Ausgrabungsleiter Eberhard Frey von Staatlichen Museum für Naturkunde die Länge des Fleisch fressenden Reptils, das es wohl auf ein Gewicht von mehr als 50 Tonnen gebracht habe. Allein der Schädel hatte demnach die Größe eines Kleinwagens. Und dabei war das Karlsruher Exemplar vermutlich noch ein Jungtier und somit ein kleineres seiner Art.

          Speiseplan: Haie, Tintenfische und Meerechsen

          Neuen Erkenntnissen zufolge konnten Pliosaurier bis zu 25 Meter lang werden - Pottwale werden bis zu 20 Meter lang, der gefürchtete Tyrannosaurus rex an Land brachte es auf 14 Meter. Angetrieben von vier Meter langen Schwimmpaddeln durchpflügte das Tier in einer Art Unterwasserflug, wie er bei Pinguinen oder Schildkröten zu beobachten ist, das Urmeer auf der Suche nach Haien, großen Tintenfischen und Meeresechsen.

          Die Knochen, die zum Großteil noch in Stein verborgen sind, sollen in Karlsruhe Stück für Stück herausgeputzt werden. Ein Sechstel des Tieres ist jetzt hier. Weitere Lieferungen sollen folgen.

          Knochen müssen zurück nach Südamerika

          Schon im nächsten Herbst will das Team um Frey wieder nach Mexiko - dort hofft es dann den versteinerten Mageninhalt des Urviehs bergen zu können. „Wir stehen am Anfang eines großen Puzzles.“ Am Ende werden den Karlsruher Forschern nur wenige Knochen fehlen. „Es würde mich schon jucken, es komplett zu rekonstruieren, aber das ist natürlich auch eine Frage des Geldes“, sagte Frey. Abgüsse der Knochen werden dem Museum wohl in jedem Fall erhalten bleiben, die Originale müssen aber zurück nach Mittelamerika. „Schließlich sind sie ein Kulturgut des Staates Mexiko.“

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