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Pakistan : Zwei Bergsteiger stürzen am Nanga Parbat in den Tod

Am Nanga Parbat abgestürzt: Wolfgang Kölblinger Bild: dpa

Bei Expeditionen am Nanga Parbat (8125 Meter) sind zwei Extrembergsteiger aus Österreich und Südkorea tödlich verunglückt. Wolfgang Kölblinger aus Oberösterreich und Go Mi-sun stürzten am neunthöchsten Berg der Welt in die Tiefe.

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          Bei Expeditionen am Nanga Parbat (8125 Meter) sind zwei Extrembergsteiger aus Österreich und Südkorea tödlich verunglückt. Der 55 Jahre alte Wolfgang Kölblinger aus Oberösterreich, der mit einem Team aus 17 Alpinisten an dem Achttausender in Pakistan unterwegs war, wird seit Freitag vermisst. Für ihn gibt es so gut wie keine Hoffnung mehr. Nach Angaben des Expeditionsleiters Gerfried Göschl gegenüber dem „Kurier“ hatte sich Kölblinger mit einigen anderen Expeditionsteilnehmern am Freitagmorgen gegen 3.30 Uhr vom Lager 4 in 7100 Meter Höhe auf den Weg zum Gipfel gemacht. Kölblinger blieb demnach beim Aufstieg hinter seinen Gefährten zurück, setzte aber seinen Weg zum Gipfel trotz der Warnungen anderer Bergsteiger fort.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Er schloss sich einer koreanischen Gruppe an und erreichte so kurz nach 18 Uhr den Gipfel. Im Abstieg stürzte Kölblinger dann offenbar über eine steile Flanke in rund 8060 Meter Höhe ab. Dort fanden Göschl und ein anderer Bergsteiger, die zu einer Rettungsaktion aufgebrochen waren, Kölblingers Rucksack, unter dem „eine typische, unkontrollierte Absturzspur im Firn“ begann, so Göschl.

          Go Mi-Sun abgestürzt

          Er vermutete, Kölblinger habe sich an der Absturzstelle ankleiden wollen und sei aufgrund seiner Müdigkeit, des starken Sturms und des ausgesetzten Geländes aus dem Gleichgewicht geraten. „An der Stelle fällt die Eiswand 3000 Meter ab. Der Körper von Wolfgang bleibt wegen der Größe der Wand wohl unauffindbar.“ Die anderen Bergsteiger der Expedition, von denen einige den Gipfel auf einer neuen Route erreicht hatten, sind in Sicherheit. Kölblinger galt als erfahrener Höhenbergsteiger. Der Vizebürgermeister des oberösterreichischen Ortes Traunkirchen arbeitete zudem seit Jahrzehnten als Bergretter.

          Ebenfalls am Nanga Parbat ist die Südkoreanerin Go Mi-sun tödlich verunglückt. Auch die 41 Jahre alte Bergsteigerin stürzte nach Angaben der „Korea Times“ im Abstieg vom neunthöchsten Berg der Welt in die Tiefe. Ihr Leichnam wurde am Sonntag in einer Schlucht gefunden. Über die Ursache des Unglücks gibt es noch keine genauen Angaben. Go Mi-sun galt als aussichtsreiche Anwärterin auf den Titel der ersten Frau, die alle 14 Achttausender ersteigt (siehe auch: Extrembergsteigen: Achttausender-Jagd im Himalaja. Der Nanga Parbat war ihr elfter Gipfel. Erst im August 2008 waren drei ihrer Teamgefährten am K2 (8611 Meter) ums Leben gekommen. Dennoch hatte sie in diesem Frühjahr schon den Makalu (8485 Meter), den Kangchendzönga (8586) und den Dhaulagiri (8167) bezwungen.

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