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Pakistan : Schwere Unwetter fordern bislang 280 Tote

  • Aktualisiert am

Flucht vor den Wassermassen: Im indischen Bundesstaat Orissa Bild: AP

Bei schweren Unwettern im Norden Pakistan und Indiens kamen bislang 280 Menschen ums Leben. Die Zahl könnte sich erhöhen, da weitere Regenfälle und Erdrutsche drohen.

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          Der stärkste Monsun der vergangenen hundert Jahre ist über den Norden Pakistans und Indiens hinweggezogen und hat eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Bisher sind 280 Menschenleben zu beklagen. Allein in Pakistan starben Polizeiangaben zufolge bislang fast 200 Menschen. Der Norden des Landes sei über Nacht erneut von sintflutartigen Regenfällen überschwemmt worden.

          Mindestens 70 Menschen wurden im Dorf Dadhar im nordwestlichen Grenzbezirk Mansehra getötet, als es durch einen Erdrutsch und eine Springflut am Montag buchstäblich vom Erdboden verschwand. Im Nachbarstaat Indien stieg die Zahl der Toten auf 80. Mehr als neun Millionen Menschen waren im Bundesstaat Orissa von den Fluten betroffen. Hunderttausende Überlebende sind von Infektionskrankheiten bedroht.

          In den Ruinen des pakistanischen Dorfes Dadhar suchten Rettungshelfer weiter nach Überlebenden. Ein Sprecher der Rettungskräfte rechnete mit zahlreichen weiteren Toten. Bei einem Erdrutsch im Dorf Chagharzai im Nordwesten des Landes kamen mindestens 25 Menschen um. In der Hauptstadt Islamabad und in Rawalpindi ertranken mindestens 14 Menschen. In einigen Gebieten stand das Wasser noch immer bis zu drei Metern hoch. Mit Booten versuchten Hilfskräfte Menschen zu retten, die auf den Dächern ihrer überschwemmten Häuser Schutz suchten. Durch das Unwetter wurden vielerorts Telefonleitungen gekappt und der Verkehr lahmgelegt, was die Rettungsarbeiten erschwerte.

          Krankheiten bedrohen die Überlebenden

          Trotz der Evakuierung von 500.000 Menschen aus den von den Überschwemmungen betroffenen Gebieten Indiens blieben Hunderttausende Opfer von der Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten abgeschnitten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums erkrankten bereits Tausende Menschen in den überfluteten Regionen an Durchfall. Bisher seien zudem 20 Fälle von Hepatitis aufgetreten. Aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung und des Mangels an Trinkwasser bestehe das Risiko, dass sich die Durchfallerkrankungen zu einer Epidemie ausweiten. Die Rettungskräfte drangen mit Booten nur schwer zu den teils von der Außenwelt abgeschnittenen Orten vor.

          Laut Wettervorhersage sollte es in den kommenden 24 Stunden in der Region weiter regnen. Die Behörden befürchteten, dass die Zahl der Toten in den nächsten Tagen noch ansteigt, da von weiteren Erdrutschen berichtet wurde.

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