https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/paar-muss-von-leihmutter-geborenes-kind-zur-adoption-freigeben-13262615.html

Italien : Paar muss von Leihmutter geborenes Kind zur Adoption freigeben

  • Aktualisiert am

Hartes Urteil des Obersten Gerichts in Italien: Ein Paar, das ein Kind von einer Leihmutter austragen ließ, muss dieses umgehend zur Adoption freigeben. Das Kind lebt bereits seit vier Jahren in der Familie.

          1 Min.

          Ein Paar aus Crema in der Lombardei muss sein von einer Leihmutter geborenes Kind nach vier Jahren in der Familie sofort zur Adoption freigeben. Das stellte Italiens Oberstes Gericht am Mittwoch in einem Grundsatzurteil fest, wie „La Stampa“ berichtete. Nach italienischem Recht ist nur die Frau auch Mutter, die das Kind gebiert. Leihmutterschaft gibt es nicht. Damit wird der Junge mutterlos, denn die Ukrainerin aus Kiew, die ihn 2011 austrug, weigerte sich, ihren Namen in die Geburtsurkunde eintragen zu lassen, und ist nicht auffindbar.

          Die Italienerin und ihr Mann, beide etwa 50 Jahre alt, hatten drei Mal vergeblich versucht, ein Kind zu adoptieren. Daraufhin entschlossen sie sich, ein Kind von einer Leihmutter in Kiew austragen zu lassen und zahlten der Ukrainerin 25.000 Euro. Das Paar versuchte dann bei den italienischen Behörden, den Jungen eintragen zu lassen. Stattdessen wurde dem Paar von den Meldebehörden Betrug vorgeworfen. Es soll sich herausgestellt haben, dass nach den Ergebnissen eines DNA-Tests der Mann nicht der Vater des Kindes sein kann. Die Staatsanwaltschaft forderte, das Kind in der Obhut des ihn behütenden Paares zu lassen. Das Kassationsgericht hingegen urteilt, es müsse zur Adoption freigegeben werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein pensionierter Sportlehrer leitet den Kurs „Fit im Alter“ im Gesundheitskiosk Hamburg-Billstedt.

          Streit um Gesundheitksioske : Einmal gesund werden, bitte

          Karl Lauterbach will, dass bundesweit Hunderte Gesundheitskioske entstehen. Ihr Nutzen ist umstritten, viele Kassen wollen das Geld lieber anders ausgeben. Ein Modellprojekt bangt schon um seine Zukunft.
          Stahlproduktion in Duisburg

          Wirtschaftslage in Deutschland : Wie schlimm wird die Rezession?

          Die deutsche Wirtschaft kommt trotz Energiekrise ohne katastrophale Schäden durch die kommenden Monate, versprechen Forscher. Doch in den Unternehmen geht die Angst um.
          Kein Ladendieb: Mit „Pick & Go“ können die Waren auch in einem Kölner Rewe direkt im Rucksack verstaut werden – bezahlt wird per App.

          Überwachung im Supermarkt : Sie erkennen dich am Knochenbau

          In Berlin testet Rewe jetzt, wie gut Überwachung im Supermarkt ankommt. Wer eine „Pick&Go“-App geladen hat, darf seinen Einkauf direkt in den Rucksack stecken. Ein Selbstversuch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.