https://www.faz.net/-gum-37m5

Ozonloch : Vulkanausbruch könnte Ozonloch über der Arktis verursachen

  • Aktualisiert am

Der Ausbruch des Pinatubo vor zehn Jahren Bild: dpa

Ein Vulkanausbruch und ein kalter Winter könnten über dem Nordpol ein ähnliches Ozonloch erzeugen, wie es jedes Jahr über der Antarktis entsteht.

          Seit den 80er Jahren entsteht jeden Süd-Winter ein Ozonloch über der Antarktis. Bislang konnte ein ähnlich regelmäßiges Phänomen über der Nordhalbkugel nicht festgestellt werden. Das könnte sich mit einem Vulkanausbruch rasch ändern, meinen amerikanische Forscher um die Forscherin Azadeh Tabazadeh vom Ames Research Center der Nasa.

          „Ein „vulkanisches Ozonloch“ über der Arktis entsteht vermutlich innerhalb der nächsten 30 Jahre“, sagt Tabazadeh. Dazu müsse bloß ein kalter Winter mit hoher Vulkanaktivität zusammen kommen, meint sie. Und wenn das Ozonloch einmal entstanden sei, sei es wahrscheinlich, dass es auch über mehrere aufeinanderfolgende Jahre wiederkehre. Ein Grund, dass es über der Arktis noch kein Ozonloch gibt, ist, dass der arktische Winter - unter anderem wegen der Land-See-Verteilung - viel variabler im Wetter ist, als sein südliches Pendant. Deshalb ist der Ozonabbau fast nur in kalten Winter zu beobachten.

          Schwefelverbindungen aus Vulkanen bauen Ozon ab

          Vulkanausbrüche wirken sich deshalb so stark auf das Ozonloch aus, weil die Schwefelverbindungen, die mit dem Ausbruch in die Atmosphäre gelangen, den Abbau des Gases fördern. Besonders großen Einfluss haben dabei Vulkanausbrüche, die sehr hoch in die Atmosphäre Gase und Teilchen spucken, weil erst in großer Höhe, in der Stratosphäre, das Ozon abgebaut wird.

          „Teilchen aus Vulkanen lassen Ozonabbau auch bei wärmeren Temperaturen zu. Das würde die Zone, in der Ozon verschwindet, anwachsen lassen - vielleicht über Europa“, sagt der Nasa-Wissenschaftler Mark Schoeberl. Er schätzt, das etwa ein Drittel des gesamten Ozonabbaus Vulkanausbrüche zurückführbar werden könnte - falls ein Vulkan ausbricht.

          Komplexe Ozonforschung

          Als prominente Beispiele nennen Wissenschaftler die Ausbrüche des Pinatubo 1991 und des El Chichon 1982. Deren Auswirkungen waren jahrelang in der Stratosphäre messbar. 1993 gab es in der Arktis einen der größten je gemessenen Ozonverluste, obwohl es kein sehr kalter Winter war. Der Pinatubo und seine Produkte hätten dazu viel beigetragen, sagt Tabazadeh. Für ihn ein Zeichen, dass die Forschung zum Ozonabbau viel komplexer ist, als ursprünglich angenommen.

          Weitere Themen

          Ein Kampf um jede Stunde

          Tödliche Infektion : Ein Kampf um jede Stunde

          An einer Sepsis sterben jedes Jahr zehntausende Menschen. Fachleute kritisieren, dass es in Deutschland noch keine nationale Strategie gibt, um mehr Menschen retten zu können.

          Fliegende Fluss-Taxis auf der Seine Video-Seite öffnen

          Paris : Fliegende Fluss-Taxis auf der Seine

          In Paris sucht man neue Wasser-Wege, um Umweltverschmutzung und Verkehrschaos zu entkommen. Dieser Tage werden besondere Taxis in Frankreichs Hauptstadt getestet.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.