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Ostseefähre : Brennender Lastwagen war Ursache für Feuer

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Die brennende Faehre „Lisco Gloria” wird von einem Löschschiff der Feuerwehr gelöscht Bild: Deutsche Gesellschaft zur Rettung SchiffbrŸchiger (DGzRS)

Das Feuer auf der Ostseefähre „Lisco Gloria“ ist nach einer Zeugenaussage durch den Brand eines Lastwagenaggregats ausgelöst worden. Ein Besatzungsmitglied habe bei einem Rundgang Rauch an einem Lastwagen festgestellt.

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          Auf der Ostsee ist ein schweres Schiffsunglück glimpflich ausgegangen. Das verheerende Feuer auf der Ostseefähre „Lisco Gloria“ ist nach einer Zeugenaussage durch den Brand eines Lastwagenaggregats ausgelöst worden. Ein Besatzungsmitglied habe bei einem Rundgang Rauch an einem Lastwagen festgestellt und zunächst einen eigenen Löschversuch unternommen, berichtete der Leiter des Lagezentrums im schleswig-holsteinischen Innenministerium, Joachim Gutt. Als der Versuch fehlschlug, habe der Mann den Kapitän informiert, der die Rettungsmaßnahmen eingeleitet habe. Die Nähe des Brandherdes zum Tank der Zugmaschine erkläre auch die Explosion.

          Sämtliche Passagiere und die Besatzung konnten gerettet werden, drei Verletzte wurden mit Hubschraubern ausgeflogen. Bei dem Schiff handelt es sich um die 200 Meter lange Auto- und Personenfähre „Lisco Gloria“, die unter litauischer Flagge fährt, wie das Havariekommando des Bundes und der Küstenländer erklärte. Die Fähre sei von Kiel zum litauischen Klaipeda (Memel) unterwegs gewesen, als sich gegen Mitternacht auf dem Oberdeck die Explosion ereignet habe.

          Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks nordwestlich der Insel Fehmarn. Die Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten den Angaben zufolge alle auf einer anderen Fähre in Sicherheit gebracht werden. Nach Angaben der Landespolizei von Schleswig-Holstein wurden insgesamt 249 Menschen von dem Schiff gerettet. Es gebe 28 Verletzte, davon hätten 23 in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen. Drei Menschen waren mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung sofort per Hubschrauber in Krankenhäuser ausgeflogen worden. Lebensgefahr bestehe bei keinem. Die Passagiere stammten den Angaben zufolge aus Deutschland, Dänemark, Litauen, Lettland, Argentinien und Russland.

          Nach Angaben des Havariekommandos in Cuxhaven gab es gegen Mitternacht eine Explosion auf dem Oberdeck der litauischen Fähre
          Nach Angaben des Havariekommandos in Cuxhaven gab es gegen Mitternacht eine Explosion auf dem Oberdeck der litauischen Fähre : Bild: dapd

          Passagiere würden ärztlich und psychologisch betreut

          Die übrigen Passagiere seien am Morgen per Schiff wieder in Kiel eingetroffen, sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Sie würden ärztlich und psychologisch betreut. Schon am Abend sollte nach Polizeiangaben ein Großteil der Passagiere mit einer anderen Fähre in Richtung Litauen aufbrechen.

          Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. Durch die Löscharbeiten bekam die Fähre, die sich mittlerweile in dänischen Gewässern befindet, zunächst etwas Schlagseite, wie der Sprecher des Havariekommandos sagte. Um ein Sinken zu hindern, sei dann die Taktik geändert worden. „Das Schiff wird jetzt an den Seiten mit Wasser bespritzt, um die Außenhülle abzukühlen.“ Alles Brennbare auf dem Schiff solle „gezielt ausbrennen“, sagte der Sprecher.

          „Es droht keine Umweltkatastrophe“

          Gefahr für die Umwelt besteht den Angaben zufolge nicht. „Es droht keine Umweltkatastrophe“, sagte der Sprecher. „Es scheint zu gelingen, dass das Schiff nicht auseinanderbricht.“ Trotzdem stünden zwei deutsche und zwei dänische Ölbeseitigungsschiffe vor Ort bereit.

          Bis das Schiff ausgebrannt und abgekühlt ist, werden nach Angaben des Havariekommandos noch voraussichtlich zwei bis drei Tage vergehen. Erst dann könne es in einen Hafen geschleppt und weiter untersucht werden, sagte der Sprecher.

          Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Klaus-Dieter Scheurle, reiste nach Cuxhaven, um sich ein Bild von der Arbeit der Gesamteinsatzleitung zu machen. Er lobte die „Professionalität des Einsatzes des Havariekommandos“. „Die Experten haben mit viel Erfahrung die Situation gemeistert und leisten gute Arbeit“, erklärte er.

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