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Osterreise : MKS trübt das Vergnügen

  • Aktualisiert am

Urlaub im MKS-Land: Sohlen putzen vor Stonehenge Bild: dpa

An der deutsch-französischen Grenze wird nicht mehr kontrolliert. Trotzdem müssen Reisende ins Ausland wegen MKS mit Einschränkungen und Wartezeiten an der Grenze rechnen.

          Auch wenn sich die Verdachtsfälle auf Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland bisher stets nicht bestätigt haben: auf den Osterurlaub wird sich die hoch ansteckende Tierseuche deutlich auswirken. Weiterhin wird an vielen Grenzenübergängen und in den Sperrgebieten kontrolliert und gründlich desinfiziert. Nur die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze wurden eingestellt.

          „Am Gründonnerstag werden sich die üblichen Staus bilden“, sagt Reiner Walsch vom ADAC. Mit den Behinderungen durch die Maßnahmen gegen die MKS habe das zunächst einmal aber nichts zu tun. Dies gelte vor allem für meist stark belasteten Reiserouten gen Süden. Nach den Erfahrungen des ersten Ferienwochenendes befürchtet der Bundesgrenzschutz für die Grenzübergänge nach Polen allerdings „Staus wie seit langem nicht mehr“.

          Keine Kontrollen mehr an französischer Grenze

          Alle Kontrollen und Desinfektionsmaßnahmen an der deutsch-französischen Grenze wurden im Laufe des Gründonnerstags eingestellt. In Frankreich waren keine neuen MKS-Verdachtsfälle aufgetreten. Daher endeten die Kontrollen planmäßig.

          Keine Lebensmittel mitnehmen

          Polen verbietet wie Dänemark, Tschechien, Ungarn, Slowenien und Kroatien derzeit rigoros die Einfuhr von Fleisch und tierischen Produkten. Diese sind auch in Österreich zumindest nicht willkommen. Wer möglichst reibungslos reisen will, sollte vollständig darauf verzichten, Lebensmittel mitzunehmen. Norwegen und Schweden haben das Einfuhrverbot nach Angaben des ADAC inzwischen wieder aufgehoben.

          Parks und Wanderwege gesperrt

          Besonders eingeschränkt sind die Reisefreuden in den von der Maul- und Klauenseuche direkt betroffenen Länder Großbritannien, Irland und den Niederlanden. Vor allem in den Sperrgebieten ist mit intensiven Kontrollen und Desinfektionen zu rechnen. Parks, Tiergärten und Wanderwege dürfen zum Teil nicht betreten werden.

          Keine Radtour im Sperrgebiet

          Dies gilt auch in den als Osterreiseziel sehr beliebten Niederlanden. Rund 600.000 Deutsche verbringen jährlich in unserem Nachbarland die Feiertage. Im von der MKS besonders stark betroffenen Städtedreieck zwischen Deventer, Appeldoorn und Zwolle wird man kaum Freude an einem Aufenthalt haben. Dort sind ganze Regionen selbst für die beliebten Radtouren und Wanderausflüge gesperrt. Nicht von den MKS-Einschränkungen betroffen sind nach Angaben des niederländischen Tourismusverbandes die Orte an der Küste.

          Anweisungen strikt befolgen

          Das Bundesverbraucherschutzministerium hat Osterreisende dazu aufgerufen, die Schutzmaßnahmen gegen die Tierseuche in den betroffenen Ländern strikt zu befolgen. Nach einem Besuch auf einem Gehöft mit für die Seuche besonders anfälligen Klauentieren - also vor allem Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine - sollten auf jeden Fall Kleidung und Schuhe gereinigt werden.

          Bauernhöfe für Gäste offen

          Wer auf einem Bauernhof seinen Osterurlaub verbringt, muss vor allem dann mit Unannehmlichkeiten durch Vorsorgemaßnahmen rechnen, wenn der Betrieb einen Klauentierbestand hat. Der Kontakt zu den Tieren kann eingeschränkt oder verboten sein, oder man darf Ställe nur mit Schutzkleidung betreten. Zudem wird es vielfach Desinfektionsmaßnahmen geben. „Die Gäste zeigen aber im Allgemeinen viel Verständnis“, sagt Anton Bloeth, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus in Deutschland (BAG), im Gespräch mit FAZ.NET. Wie der jeweilige Bauer seinen Viehbestand schütze, liege in seinem Ermessen. Nur wenige Anbieter hätten bisher ihren Hof für Urlaubsgäste geschlossen. „Am besten setzt man sich vorab mit dem Bauernhof seiner Wahl in Verbindung“, rät Bloeth. Bei der BAG und ihren Landesverbänden werden zudem MKS-Infoblätter für die Urlaubsgäste bereit gehalten.

          Haustiere dürfen reisen

          Keine Reisebeschränkungen gibt es weiterhin für Hunde und Katze sowie andere nicht von der MKS gefährdeten Haustiere. Dies gilt sowohl für die Reise mit Haustieren aus den von der Seuche befallenen Tiere als auch für die Reise in den vier MKS-Ländern.

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